Sonnenuntergang zwischen Spieser und Großem Hirschberg

Jochschrofen, 1625m

Eine gute Stunde dauert der Aufstieg von Oberjoch über den Ornachgipfel auf den Jochschrofen.
Hunderte Male vorbei gefahren, dutzende Male von den umliegenden Berggipfeln aus gesehen und dennoch nie wirklich wahrgenommen. Der Jochschrofen, oberhalb von Oberjoch, war bis jetzt nicht wirklich „auf meinem Zettel“. Aufgrund des relativ zügigen Aufstiegs und der exponierten Lage mit Blick über das Ostrachtal, Unterjoch und in die Tannheimer Berge, schien er mir an diesem Juni-Tag aber perfekt für eine Sonnenuntergangstour. Und die Bilder und Eindrücke gaben mir schließlich recht.Vom großen Parkplatz in Oberjoch führt der Weg zunächst in Richtung oberes Dorf, den Schildern immer in Richtung Ornach folgend. Bald führt ein teils steiler Fahrweg in einigen Serpentinen durch den Wald nach oben. Ab und an zeigt sich das immer kleiner werdende Dorf und der gegenüberliegende Salewa Klettersteig, bevor der Fahrweg endet.

Durch Bergblumenwiesen auf den Ornach

Es folgt ein wunderschöner Bergpfad der uns durch leicht bewaldetes Gebiet und schließlich über eine Blumenwiese in Richtung des früh sichtbaren Gipfelkreuzes leitet. An den einzelnen Baumgruppen und auch am Grat zeigen sich vereinzelte Gemsen, die zu dieser fortgeschrittenen Stunde wenig scheu, geradezu neugierig scheinen. An einer kleinen Hütte, dann an einer Viehtränke vorbei, geht es hinauf, bis das Gipfelkreuz des Ornach nach etwa einer Gehstunde erreicht ist.

Blick Richtung Einstein, Gimpel und Rotflüh
Blick Richtung Einstein, Gimpel und Rotflüh

Vom Schatten ins Licht

Der kühle Fallwind, der uns im schattigen Aufstieg willkommen begleitete, wird im Gipfelbereich zunehmend stürmischer. Zugleich scheint uns am Kreuz von Westen her die untergehende Sonne ins Gesicht und taucht die Landschaft in ein besonderes Licht. Geradeaus weisen Schilder in Richtung Hirschberg und Spieser. Der Jochschrofen selbst liegt etwas links von uns. Wenngleich die letzten Meter in wenigen alten Karten noch eingezeichnet sind, so weisen vereinzelte Pfadspuren, parallel zu einem Weidezaun, den Weg zum Ziel. Etwa 80 Höhenmeter sind es vom Gipfelkreuz noch bis zum höchsten Punkt des Jochschrofen, dessen Graswände steil nach Süden und Westen abfallen.

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Die letzten Meter auf den Jochschrofen
Die letzten Meter auf den Jochschrofen

Sonnenuntergang in den Allgäuer Alpen

Noch steht die Sonne hoch über Spieser und Grünten. Die Konturen der Hörnerkette sind ebenfalls noch gut zu erkennen. Mit fortschreitender Stunde aber ändern sich die Farben. Der zuvor noch gelbe Feuerball wechselt in orangenes und schließlich in rotes Licht. Das Grün der umgebenden Wissen wird dunkler und kräftiger, wie auch die Farben der Wildblumen, bevor sich die Sonne für heute zwischen Grünten und Großem Hirschberg verabschiedet. Der Rückweg ist in der Abenddämmerung noch gut zu erkennen. Rötlich schimmernd zeigt sich der Iseler und auf den letzten Metern begleitet uns an diesem Abend Alphörnern die aus dem Dorf hinaus nach oben rufen. Kurz vor der Dunkelheit ist der Ortsrand wieder erreicht und eine nette kleine Abrendrunde geht zu Ende. Die Eindrücke aber bleiben.

Abends auf dem Jochschrofen
Abends auf dem Jochschrofen

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