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Einfach nur Geniessen

WaiWi – Der Weitwanderweg im Pillerseetal [Anzeige]

Der kühle Wind der mich schon den gesamten Tag auf dem WaiWi begleitet hat streift sanft über den Berghang. Die noch immer hoch stehende Sonne wärmt die mit Flechten bewachsenen Kalksteine. Die Alpenrosen erhellen die grünen Flecken des weiten Kars mit ihrer kräftigen Farbe. Unter mir beherrscht der dunkelgrüne, fast schwarze Wildsee die Szenerie.

Gemeinsam mit der Sonne und den Alpenrosen strahle ich im weiten Rund um die Wette. Zufriedenheit und Dankbarkeit. Stolz und eine große Portion Glücksgefühl. Über 3.000 Höhenmeter liegen hinter mir. Alleine die 1.900 Höhenmeter haben diesen 2. WaiWi-Tag zur Königsetappe werden lassen. Über 45 Kilometer Wegstrecke. Den größten Teil davon war ich alleine mit mir und meinen Gedanken.

Immer noch steht die Sonne hoch am Himmel und wärmt die Felsen um mich herum. Hier könnte ich ewig sitzen. Ganz allein. Nur ein paar Stimmen die vom See und dem gegenüberliegenden Wildseeloderhaus herüber hallen. Der perfekte Ort und die perfekte Zeit um die Erlebnisse der vergangenen Tage Revue passieren zu lassen.

Das Wildseeloderhaus un der Wildsee, dahinter die Loferer Steinberge
Das Wildseeloderhaus un der Wildsee, dahinter die Loferer Steinberge

Hochnebel & Sonnenschein

Der WaiWi, der Weitwanderweg von Waidring zum Wildseeloder, hat mich vom ersten Schritt an überrascht. Im tief hängenden Hochnebel begann gestern das Abenteuer. Die Regen der vergangene Tage hatte sich über Nacht verzogen und nur noch die Feuchtigkeit auf den Gräsern, Büschen und Bäumen zurückgelassen. Vergessen die heißen Hochsommertage, an denen eine Unternehmung wie diese zur schieren Tortur hätte werden können.

Über drei Gipfel ging es am ersten Tag. Von Waidring bis nach St. Ulrich am Pillersee. Drei Gipfel und knapp 18 Kilometer der Einsamkeit. Diese Einsamkeit und Ruhe hat mich am meisten überrascht. Nachdem Hausberg, Schaflberg und Kirchberg hinter mir lagen, traf ich erst auf dem Abstieg zur Winterstelleralm auf den ersten Menschen.

Übergang zur Winterstelleralm
Übergang zur Winterstelleralm

Der Weg dorthin war geprägt von Nebel der sich kühl auf die Haut legte und die Landschaft in ein diffuses sanftes Licht hüllte. Unzählige Blumen leuchteten aus dem Nebel heraus am Wegrand. Gelbe, blaue und rote Blumen. Bockshornklee, Enzian und Alpenrosen. Auf schmalen Pfaden ging es durch den alten Bergwald nach oben.

Forstwege bildeten den Übergang zum nächsten Pfad. Schritt für Schritt bahnte sich der Weg durch ein Labyrinth aus meterhohen Latschen die die Gipfel von Schaflberg und Kirchberg umgeben. Dann der Abstieg über weite Almwiesen zur Winterstelleralm und weiter nach St. Ulrich.

In der Nacht wichen auch die letzten Hochnebelfelder und die Sonne gewann die Oberhand. Frühmorgens wanderte ich den eigentlichen Schlussabschnitt des ersten Tages von St. Ulrich am Pillersee nach St. Jakob in Haus. Dort begann der Aufstieg zum weithin sichtbaren Jakobskreuz auf der Buchensteinwand. Abseits der Bergbahn führte mich ein Wurzelweg auf einem Waldrücken schnell nach oben.

Einsame Pfade & sonnige Almwiesen

Erst kurz vor Ende des Aufstiegs öffnete sich der Wald und der Weg führte auf die weiten sonnigen Almböden rund um die Buchensteinwand. Und auch dieser Aufstieg war, wie der gesamte erste Tag der Tour, menschenleer. Erst mit Erreichen des Gipfels kamen mir die ersten Wanderer entgegen.

Auch wenn das Jakobskreuz an der Bergstation beeindruckt und mit seiner 30 Meter hoch liegenden Aussichtsplattform eine ebenso beeindruckende Aussicht bereit hält, so kehrte ich dem Gipfel schnell den Rücken und stieg, begleitet von der Einsamkeit meiner Gedanken, nach Fieberbrunn ab.

Gipfelkreuz an der Buchensteinwand
Gipfelkreuz an der Buchensteinwand, dahinter das Ziel des 2. Tages

Erst im Tal, rund um die Talstation der Fieberbrunner Bergbahnen, hatte mich die Zivilisation für einen kurzen Augenblick wieder. Hier begann der Aufstieg in Richtung Wildseeloderhaus. Und wieder einmal umgab mich die schöne Stille des Augenblicks. Nur der eigene Atem und das Klacken der Wanderstöcke war auf dem breiten Fahrweg zu hören. Durch den Wald ging es Kurve um Kurve nach oben bevor sich ein Wiesenpfad anschloß.

Und kurz unterhalb der Lärchfilzhochalm entdecke ich doch tatsächlich: Menschen. Kein Wunder. Die Gipfelstation der Bergbahn ist nah und der Kaiserschmarren auf der Panoramaterrasse ein Gedicht. Frisch gestärkt folgte der finale Aufstieg zum Wildseeloderhaus. Die weiten Wirtschaftswege hinter mir, begann unterhalb der Materialbahn zum Wildseeloderhaus ein herrlicher Steig nach oben. Der „Verkehr“ auf diesem kurzen Steig ist sicher normal. Und dennoch wirkte er angesichts der langen, einsamen Zeit fremd.

Das Wildseeloderhaus, 2. Etappenziel auf dem WaiWi
Das Wildseeloderhaus, 2. Etappenziel auf dem WaiWi

Es war früher Nachmittag als ich die Schutzhütte erreichte. Direkt dahinter der Wildsee, eingebettet im weiten Rund zwischen Henne und Wildseeloder. Die Sonne stand hoch am Himmel. Der Tag war noch jung. Nach einem kurzen Zwischenstopp entschied ich mich dem bunten Treiben au der Terrasse zu entfliehen und den Gipfel des Wildseeloder, der eigentlich erst morgen auf dem Tourenplan stand, heute noch in Angriff zu nehmen.

Gipfelglück & Bergpanorama

Die 245 Höhenmeter waren schnell bewältigt. Und mit jedem Schritt den ich dem Gipfel auf den steilen Graflanken näher kam, umso ruhiger und menschenleerer wurde es. Ich und meine gewohnte, fast schon lieb gewonnen Begleitung. Auf dem Gipfel des Wildseeloder reicht der Blick über die Loferer Steinberge, den Wilden Kaiser bis hin zu den höchsten Gipfeln des Landes. Und unten beherrscht der dunkelgrüne, fast schwarze Wildsee die Szenerie.

Auf dem Wildseeloder
Auf dem Wildseeloder

Ein kurzes Stück über den Grat, dann über den Felsenweg des weiten Kars zur Südseite des Wildseelodersees. Kurz oberhalb des Sees ist der Blick auf die gegenüberliegende Alpenvereinshütte ist es in der Nachmittagssonne besonders schön. Zufriedenheit und Dankbarkeit. Stolz und eine große Portion Glücksgefühl angesichts dieses herrlichen Tages und der zurückgelegten Strecke.

Hier sitze ich nun. An diesem perfekten Ort, zu dieser perfekten Zeit, und kann die ganzen Eindrücke und Erinnerungen genießen.

Am morgigen Tag erwartet mich nur noch der Abstieg über die Almböden hinunter ins Tal. Ein bisschen Wehmut schwingt angesichts des bevorstehenden Endes des WaiWi mit. Jetzt gilt es aber noch den Moment zu genießen. Die herrliche Aussicht. Die Stille, die sich mehr und mehr breit macht, als sich die Terrasse der Hütte leert.

Und die Vorfreude auf die bevorstehende Hüttenübernachtung. Die warme Suppe. Die guten Gespräche mit fremden Menschen. Und das Gelächter vom Nachbartisch in der wohlig warmen Gaststube. Wo bis zur Hüttenruhe gewürfelt, gesungen und auch das ein oder andere Gläschen geleert wird. Gibt es einen besseren Ort? Hier und Jetzt?

Am Wildseelodersee lässt sich der WaiWi herrlich Revue passieren
Am Wildseelodersee lässt sich der WaiWi herrlich Revue passieren

Im Rahmen des Outdoor-Blogger-Codex weise ich immer darauf hin, falls ich Leistungen im Zusammenhang mit einem Beitrag kostenfrei erhalten habe. So auch in diesem Fall. Ich wurde von Pillerseetal-Tourismus auf den WaiWi eingeladen. Kost & Logis wurden mir kostenfrei zur Verfügung gestellt. Diese Tatsache beeinflusst meine redaktionelle Freiheit innerhalb des Artikels und die Bewertung dieser Tour in keinster Weise, wie man sicher aus meinen Erfahrungen entnehmen kann.


Der WaiWi – von der Planung bis zur Durchführung

Im Rahmen meiner Recherche und meiner drei Tage auf diesem herrlichen Weitwanderweg habe ich ein paar Informationen und Fakten zusammengestellt. Von der Planung und der Packliste, über die offizielle Routenführung habe ich meine eigene Tourendaten und Bilder in einzelnen Beiträgen zusammengefasst, die hier auf diesem Blog nach und nach erscheinen werden. Hier findest Du auch meine Empfehlungen zur Tour und eventuellen Varianten.

Relive ‚Die WaiWi Gesamtstrecke‘

Anzeige: Dieser Beitrag enthält Werbung. Der Inhalt und meine Meinung wurden dadurch nicht beeinflusst. 
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Bewertung WaiWi Weitwanderweg

9.4

Etappe 1

9.5/10

Etappe 2

10.0/10

Etappe 3

8.5/10

für Anfänger geeignet

9.5/10
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