Blick vom Hirschberg auf Bad Oberdorf

Vielseitiges Bad Hindelang

Eingetragen bei: Blog | 0

Auch wenn es mit Auszeichnung zum „Bergsteigerdorf“ nicht geklappt hat. Bad Hindelang ist mit seinen Ortsteilen, der einzigartigen Lage, der langen alpinen Tradition und seinen „Königen“ ein „ausgezeichnetes Dorf“ für das perfekte Bergerlebnis.

Durch den Ostrachtaler Klettersteig und ein Gespräch mit dem Tourismus-Chef bin ich über die tatsächliche Vielseitigkeit der Marktgemeinde und ihren Dörfern gestolpert. Angebote wie Klettern, Bouldern oder auch einen „Flying Fox, wie er über das „Bergabenteuer“ seitens des Hindelanger Bergführer-Büros angeboten wird, waren mir nicht wirklich geläufig. Grund genug, sich nochmal genauer mit diesem wunderschönen Ort im Allgäu und der Tourensammlung in diesem Blog zu beschäftigen.

Der Oberallgäuer Ort blickt mit einen Bergschulen auf eine lange Bergführertradition zurück. 300 Kilometer Wanderwegenetz, davon 100 hochalpine Kilometer, über die Grenzen hinweg bekannte Höhenwege, verschiedene Klettersteige, aber auch Boulder- und Klettergebiete bilden den optimalen Rahmen für ein perfektes Bergerlebnis.

Anzeige:

Genußvolles Wandern, sportlich ambitioniertes Bergsteigen, felsige Hochtouren oder facettenreiches Radfahren. Auf engem Raum gibt es zahlreiche Möglichkeiten für eine eindrucksvolle Tagesgestaltung.

Rauschende Bäche und sanfte Alpwiesen

Schleierfall und Zipfelsfälle sind, neben den wunderschön gelegenen Bergseen, besonders beeindruckende Ziele. Der Aufstieg von Hinterstein über die Zipfelsfälle auf die Zipfelsalpe zählt zu einer der schönsten Bergwanderungen ohne Gipfelkreuz.

Auf den Alpwiesen oberhalb der Baumgrenze kann man stundenlang das Bergpanorama genießen und seinen Gedanken freien Lauf lassen. Ebenso eindrucksvoll sanft gebettet liegt der Engeratsgundsee unterhalb des mächtigen Daumenmassivs, wenngleich der Aufstieg durchaus fordernd ist.

Zipfelsalpe vom Gratweg zum Iseler aufgenommen
Zipfelsalpe vom Gratweg zum Iseler aufgenommen

Wilde Wege und klettrige Steige

So sanft wie es auf den Alpwiesen zugeht, so schroff und wild präsentieren sich die Steige rund um Bad Hindelang. Zu dem Klassiker Hindelanger Klettersteig haben sich im Laufe der Jahre der Salewa-Klettersteig und ganz neu der Ostrachtaler Klettersteig gesellt. Wer den beschwerlichen „wilden Weg“ über die Haseneck Alpe auf die Heubatspitze wagt, steht anschließend vor der Wahl zur Rotspitz oder über die Hohen Gänge zum Breitenberg zu queren.

Anzeige:

Der steile, grasig-rutschige Giebel, ganz hinten im Tal, ist das Reich des Königs der Lüfte. Nicht minder beeindruckend und ausgesetzt präsentiert sich die Überschreitung des Rauhorn. Diese Panoramatour bietet einen imposanten Tiefblick auf das Naturschutzgebiet Vilsalpsee und ist zugleich eine Variante des berühmten Jubiläumswegs.

Panoramablick vom Rauhhorn Gipfel nach Süden
Panoramablick vom Rauhhorn Gipfel nach Süden

Grenzüberschreitendes Naturlerlebnis und eine Königsetappe

Der Jubiläumsweg verbindet gemütliches Hüttenerlebnis, gepaart mit sportlich ambitionierter Höhenwanderung. Kaum ein Höhenweg bietet eine solch perfekte Kombination von Gipfel und Seen, Flora und Fauna. Die Erweiterung der Tour um den Saalfelder Höhenweg oder den „König der Allgäuer Alpen“, den Hochvogel, ist dabei jedem selbst überlassen.

Die Königsetappe der Wandertrilogie Allgäu verbindet Hinterstein über das einmalig schöne „Koblat“, unterhalb des Hindelanger Klettersteigs, mit Oberstdorf. Sicher ist, dass diese Klassiker und auch die neu ausgeschriebenen Routen jedem Anspruch gerecht werden. So wird auch der neue Grenzgänger, eine Mehrtagestour durch die Allgäuer Alpen, seinen Platz in diesem Konzert der ganz Großen Wege finden.

Knackige Steigungen und gemütliche Radtouren

Sportlich rasant geht es im Bikepark Bad Hindelang zur Sache, wo Rampen und Steilkurven den nötigen Downhill-Kick geben. Auffahrten auf die Hirschalpe, Ochsenalpe, Hornalpe oder Iseler Platz Hütte sind mehr auf Grund der positiven Steigungsprozente fordernd. Eine Biketour ins Retterschwanger Tal und hinauf „ins Wank“ ist dagegen fast schon gemütlich. Und mit einem Zwischenstopp im Mitterhaus auch ohne „E“ gut fahrbar.

Leckere Brotzeit auf der Hornalpe
Leckere Brotzeit auf der Hornalpe

Und sonst?

So extrem die Unterschiede beim Biken, so extrem sind sie auch oft in der alpinen Bergfahrung. Doch auch für Felsenkünstler hat Bad Hindelang einiges zu bieten. In einem alte Hangrutsch bei Hinterstein bieten sich Boulder-Fans über 850 „Boulderprobleme“ in verschiedenen Schwierigkeitsgraden an. Weitere Klettergebiete und Routen, wie die der „Kraftwand“, finden Kletterbegeisterte im Sportkletterführer von Ulrich & Harald Röker.

Alles in allem bietet die Region rund um Bad Hindelang tatsächlich „Vielseitigkeit pur“. Mit dem umfangreichen Unterkunftsangebot von der Jugendherberge über die Ferienwohnungen, vom Bergsteigerhotel bis hin zu den Sterne-Unterkünften und nicht zuletzt mit seinen Hütten und Alpen ist die Oberallgäuer Gemeinde ein idealer Ausgangspunkt um in der Einheit mit der Natur deren Schönheit zu erleben.

Ach ja. Ich schreibe hier natürlich von Sommeraktivitäten. Nicht minder interessant und vielseitig sind die Möglichkeiten im Winter: Winterwandern, Rodeln, Langlaufen, Skifahren oder Skibergsteigen zu den zahlreichen Zielen sind aber bei den aktuell schönen Sommertagen ein Thema für einen anderen Beitrag.

Meine persönlichen Favoriten

Aus den verschiedenen Wegen und Touren rund um Bad Hindelang drei oder vier Favoriten zu suchen ist schwer.

Zu den schönsten Einkehrzielen zählt sicherlich die Hornalpe. Dabei habe ich mir sagen lassen, dass die „Buchel“, eine Alpe die ich immer auf meiner Runde über die Schnitzlertal Alpe anfahre, den besten Kaiserschmarren bereit hält. Ob der mit dem Schmarrn auf der Ochsenalpe mithalten kann, muss sich bei der nächsten Einkehr herausstellen.

Einige wunderschöne Bergtouren sind bereits genannt. Zu den bleibenden Erinnerungen in diesem Jahr zählen sicherlich die Sonnenuntergänge am Sorgschrofen und am Jochschrofen. Mit dem Klettersteig am Iseler verbindet mich ohnehin eine ganz besondere Geschichte. Über allem aber thront der „König Hochvogel„. Ein Berg der wie kaum ein anderer die ganze Schönheit und Erhabenheit der Allgäuer Berge repräsentiert.

Anzeige:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.