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Skitourengehen auf der Piste

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Was früher eher zu Beginn der Saison vorkam, bevor die Skilifte ihren regulären Betrieb aufgenommen haben, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Das Skitourengehen auf der Skipiste. Das birgt Konfliktpotential und ein zusätzliches Unfallrisiko.

Mein Fall ist es ja nicht. Das Tourengehen auf Skipisten. Aber eine steigende Anzahl an Tourengehern wählen diese Art des Aufstiegs. Immer mehr Menschen zieht es auch nach Feierabend hinaus. Die Skier angeschnallt und auf der Piste nach oben. Der Deutsche Alpenverein hat bereits vor vielen Jahren reagiert und zwischen den beteiligten Interessensgruppen vermittelt. Herausgekommen ist ein Regelkatalog, der schon seit vielen Jahren in seinem Kern Bestand hat und nur in der ein oder anderen Formulierung angepasst wurde. Nicht zuletzt auf diese Regelungen führt der DAV die Tatsache zurück, dass es bei Begegnungen zwischen Alpinskifahrern und Tourenskigehern in den letzten Jahren zu keinen schwerwiegenden Unfällen gekommen ist.

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Warum das Tourengehen auf präparierten Pisten so beliebt ist, liegt auf der Hand. Die frische Luft genießen. Sich sportlich betätigen. Ein risikofreier Aufstieg abseits der lawinengefährdeten Gebiete. Eine gemein hin einfache Abfahrt auf präparierter Piste.

Grundsätzlich gelten Skipisten in Deutschland nicht als Sportstätten und sind daher jedermann zugänglich. Im Gegensatz zum Beispiel zu Italien, wo das Skitourengehen auf der Skipiste generell verboten ist. Nicht zuletzt deshalb haben viele Skigbiete reagiert und weisen eigene Aufstiegsrouten für Skitourengeher aus. Am Hochschwarzeck in Ramsau wird zum Beispiel ein eigener Forstweg für den Aufstieg präpariert. Am Götschen, im Berchtesgadener Land, aber auch im Tannheimer Tal gibt es Tourenabende, die auch parallel zum Flutlichtskifahren stattfinden. Lenkung und Steuerung um Konflikten von vornherein aus dem Weg zu gehen.

Absolut verboten ist in Aufstieg, oder auch die Abfahrt, über gesperrte Pisten, zum Beispiel bei Lawinengefahr, bei der Sprengung von Lawinen, oder auch während der Pistenpräparierung. Gerade beim Windenbetrieb von Pistenwalzen ist die Nutzung einer solchen Piste höchst lebensgefährlich!

In Zusammenarbeit mit den Skiliftbetreibern hat der DAV Schilder aufgestellt, die die Aufstiegsrouten markieren. Zusätzlich sind in den neuen Alpenvereinskarten die Skigebiete inklusive Skipisten und Aufstiegsrouten für Skitouren- und Schneeschuhgeher eingezeichnet.

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Um einen finanziellen Ausgleich für die zusätzliche Präparierung zu erhalten, gibt es am Beginn oder am Ende der Routen oftmals Spendenboxen. Manchmal wird eine Nutzungsgebühr auch über die Parkgebühren erhoben.


Regeln für Skitouren auf der Piste

  1. Aufstieg und Abfahrt erfolgen auf eigenes Risiko und eigene Verantwortung
  2. Nur am Pistenrand aufsteigen (FIS-Regel Nr. 7). Dabei hintereinander, nicht nebeneinander gehen. Auf Skibetrieb achten.
  3. Besondere Vorsicht an Kuppen, in Engpassagen, Steilhängen und bei Vereisung der Piste. Bei Pistenquerung möglichst einzeln gehen bzw. Abstände zueinander halten. Keine Querung in unübersichtlichen Bereichen.
  4. Pistensperrungen, Warnhinweise und lokale Regelungen beachten.
  5. Bei Pistenarbeiten sind Pisten aus Sicherheitsgründen gesperrt. Insbesondere bei Einsatz von Seilwinden besteht Lebensgefahr.
  6. Frisch präparierte Skipisten nur in den Randbereichen befahren. Bei Dunkelheit stets mit eingeschalteter Strinlampe gehen, reflektierende Kleidung tragen.
  7. Auf alpine Gefahren, insbesondere Lawinengefahr, achten. Kene Skitouren durchfuhren, wenn Lawinensprengungen zu erwarten sind. Nur geöffnete Pisten sind vor Lawinen gesichert.
  8. Skitouren nur bei genügend Schnee unternehmen. Schäden an der Pflanzen- und Bodendecke vermeiden.
  9. Rücksicht auf Wildtiere nehmen. Bei Dämmerung und Dunkelheit werden Tiere empfindlich gestört. Hunde nicht auf Skipisten mitnehmen.
  10. Regelungen an den Parkplätzen beachten, Parkgebühren bezahlen, umweltfreundlich anreisen.

Generell gilt: Skipisten stehen in erster Linie den Nutzern der Seilbahnen und Lifte zur Verfügung.

Hinweisschilder zu Skitouren auf Pisten am Hochschwarzeck
Hinweisschilder zu Skitouren auf Pisten am Hochschwarzeck

Den gesamten Themenkomplex hat der DAV im Rahmen seines Aktionstags „Natürlich auf Tour“ in Berchtesgaden behandelt. Wer Spaß am Tourengehen auf Pisten hat, der sollte sich unbedingt an diese Regeln halten. Für mich war es, auch wenn mir persönlich freie Touren und die daraus resultierende Einsamkeit wesentlich lieber sind, dennoch eine sehr interessante Veranstaltung des DAV. Der Deutsche Alpenverein ist detailliert auf diese etwas andere Art des Tourengehens eingegangen und hat das Konfliktpotenzial, aber auch die Möglichkeit eines guten Miteinander aufgezeigt. Eine aktive Herangehensweise und der Dialog ist in beim Aufeinandertreffen solch unterschiedlicher Interessengruppen immer noch der beste Weg.

In freiem Gelände gilt es natürlich einmal mehr die Lawinensituation zu beachten.Das wurde im Rahmen der DAV-Infoveranstaltung auch nochmal deutlich thematisiert: Lawinenwarnstufe 3 bedeutet nicht „mittlere Warnstufe“, sondern ERHEBLICHE GEFAHR!

In diesem Sinne wünsche ich Euch allseits sichere Touren, wo immer Ihr unterwegs seid.

Mehr Infos zur Beschilderung, den 10 Regeln und auch zu einzelnen regionalen Besonderheiten inklusive Kartenausschnitten gibt es Rechtliche Rahmenbedingungen für Pistentourengeher.
Auch in Österreich ist das Pistentourengehen grundsätzlich erlaubt. Wie sich die ganze Sache dort im Detail darstellt und welche Ausnahmen es gibt, erfährst Du im Blogbeitrag „Rechtliche Rahmenbedingungen für Pistentourengeher„, der auf alpinmesse.info erschienen ist.

 

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