Rio Sallagoni Schluchtensteig (Klettersteig Gardaseeberge)

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Dieser Schluchtensteig erreicht in einigen Abschnitten den Schwierigkeitsgrad C. Er erreicht aber auch etwas ganz Besonderes: den Blick in „ein Land vor unserer Zeit“.

Los geht es an einem Parkplatz zwischen den Ortschaften Dro und Drena, an einem wild aufgeworfenen „Schutthügel“, dessen beeindruckende Ausmaße und Herkunft am Ende dieser Tour, auf dem Castello die Drena, deutlich sichtbar werden. Die Marocche, der größte nacheiszeitliche Bergsturz in den Alpen, ist eine Ansammlung gigantischer Felsblöcke.


ACHTUNG: informiert Euch vor Anreise ob der Steig geöffnet ist. Nach einer Info vom Juni 2018 wurde der Steig aus Sicherheitsgründen gesperrt!

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Zurück zum Klettersteig: zunächst führt ein Pfad parallel zur Straße in Richtung Dro und dann linker Hand durch einen Olivenhain zum Einstieg in die Via Ferrata Rio Sallagoni.

Im Einstieg zum Rio Sallagoni Steig
Im Einstieg zum Rio Sallagoni Steig

Geradezu unscheinbar geht es an einem kleinen Bach in die Öffnung der Schlucht und zu den ersten Klammern des vom Wasser glatt geschliffenen Fels-Einschnitts. Meist senkrecht, an der ein oder anderen Stelle (gefühlt) leicht überhängend geht es ein paar Meter nach oben. Die Höhe des Steigs ist nie das Problem. Eher der Gedanke daran, wann die Seilbremse im Fall der Fälle greift und wie weit der Grund der Schlucht dann noch entfernt wäre. Aber die Klammern sind gut und fest verbaut, wenngleich an der ein oder anderen Stelle mit viel Armkraft und auch dem ein oder anderen Spreizschritt gearbeitet werden muss. Außerdem ist das Sicherungsseil immer wieder recht weit oben angebracht, weshalb kleinere Personen ihre Schwierigkeiten haben dürften.

Im Schluchtensteig Rio Sallagoni
Im Schluchtensteig Rio Sallagoni

Nach den ersten Metern hinauf geht es relativ Flach in die Schicht hinein. Die Felswände zur linken und zur rechten Seite sind dermaßen beeindruckend, dass die Anstrengung kaum spürbar ist. Im Anschluss an den ersten Notausstieg, unmittelbar an einem Klemmblock, beginnt der mit C bzw. B/C gekennzeichnete schwierigste Teil der Tour. Unterhalb eines weiteren Klemmblocks wechseln wir die Seite und kommen dem Boden der Schlucht näher und näher. Das plätschern des Bachs wird lauter und schließlich haben die Bergschuhe keine Klammern mehr, sondern wieder festen Boden unter den Füßen.

Und genau in diesem Moment öffnet sich die Schlucht. Ein sensationeller Anblick. Ein breiter Kessel mit sandigen Seiten, viel grün und einem Wasserfall am Ende. Man führt sich in der Tat „wie in einem Land vor unserer Zeit“. Quer vor dem Wasserfall verläuft eine Drahtseilbrücke. Ein Seil für die Füße, zwei zur Sicherung. Eine wacklige aber lohnenden Angelegenheit, die aber auch jenseits des Baches umgangen werden kann.

Die erste Drahtseilbrücke
Die erste Drahtseilbrücke

Hinter der Brücke führen Stufen problemlos in den oberen Bereich der Klamm. Gemütlich geht es ein paar Meter hinauf, dann wieder ebenerdig durch eine mit einem riesigen Felsblock zu einem wahren Nadelöhr verengte Passage. Wieder queren wir den Bach und steigen, abermals über Klammern, in den letzten Teil des eigentlichen Klettersteigs. In dieser Passage, die wieder mit einer, diesmal kleineren, Drahtseilbrücke endet, ist aufgrund der hohen Feuchtigkeit Konzentration und Trittsicherheit gefragt. Hinter der Brücke geht es auf sandig-erdigem Boden weiter zum Ausstieg aus dem ersten Teil des Schluchtensteig. Hier kann man entweder zum Castello di Drena aussteigen, oder den zweiten Teil der Tour in Angriff nehmen.

Auch der zweite Teil ist wieder von Klammern geprägt. Allerdings gibt es, bis auf den Ausstieg, kein Sicherungsseil mehr. Meist sind es aber nur zwei, drei Klammern, die es zu bewältigen gilt. Das ganze ähnelt mehr Canyoning denn Klettersteigen, macht aber nichts desto trotz einen enormen Spaß. Vor allem die Dichtigkeit der Schuhe wird hier auf die Probe gestellt. Zu guter Letzt geht es an einem Drahtseil hinaus aus der Klamm in die Weinberge um Drena.

Blick vom Castello di Drena in die Schlucht
Blick vom Castello di Drena in die Schlucht

Der Rückweg erfolgt zunächst entlang der Strasse zum Castello und von dort auf einem Pfad hinunter zum Parkplatz. Der Besuch des Castello di Drena (4€/Person) lohnt sich in jedem Fall. Die Aussicht vom Turm auf das Umland und den Einschnitt in das Gelände, den wir zuvor bewältigt haben, ist definitiv beeindruckend. In den heißen Sommermonaten dürfte dieser Schluchtensteig eine kühl-willkommene Abwechslung sein. Aber auch während unseres Besuch im März war der Schluchtensteig Rio Sallagoni ein ganz besonderer Klettersteig.

Die Topo zu diesem einzigartigen Klettersteig findest Du auf via-ferrata.de.

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