Nagelfluhkette

Die Überschreitung der Nagelfluhkette ist aufgrund ihrer Länge durchaus eine Herausforderung. Hinzu kommen die teils steil abfallenden Wände ins Gunzesrieder Tal oder Richtung Almagmach.

Für die knapp 14 Kilometer lange Gesamtstrecke zwischen der Bergstation der Hochgratbahn und der der Mittagbahn bei Immenstadt muss man etwa 6 Stunden einplanen. Allein auf dem Gratweg geht die Strecke mit 690 Höhenmetern bergauf und 980 Höhenmetern bergab schon an die Kondition. Der Auf- und Abstieg vom und ins Tal nicht mitgerechnet.

Daher nutzen nicht wenige die Hochgratbahn bzw. die Mittagbahn als Aufstiegshilfe. An einigen Sommertagen werden hier auch Sonnenaufgangsfahrten angeboten die einen frühen Start dieser einmalig schönen Weitwanderung ermöglichen. Allerdings muss man sich an diesen Tagen gerade den Hochgrat mit noch mehr Menschen als üblich teilen.

Anzeige:

Egal wie man aufsteigt und welche Richtung man nimmt. Sowohl von der Immenstädter Seite, als auch von Oberstaufen aus ist die Tour entlang des Grats ein Erlebnis.

Frühmorgens zwischen Hochgrat und Rindalphorn
Frühmorgens zwischen Hochgrat und Rindalphorn

Vom Hochgrat zum Rindalphorn

Von Oberstaufen aus gelangt man über Steibis und die bereits erwähnte Hochgratbahn nach oben. Alternativ geht es von der Talstation im Weißachtal knapp 800 Höhenmeter hinauf. 2 bis 2,5 Stunden kommen somit auf die Tour obendrauf.

Über den Gipfel des Hochgrat (1832m) geht es auf dem Panoramaweg in Richtung Gelchenwanger Kopf und Rindalphorn (1821m). Die Abzweigung auf das Rindalphorn ist nach gut 3km erreicht. Ein paar Minuten kostet der Abstecher zum Gipfelkreuz von wo aus man einen herrlichen Blick hinunter ins Autal hat.

Anzeige:
Abstieg vom Rindalphorn
Abstieg vom Rindalphorn

Vom Rindalphorn geht es zunächst 200 Höhenmeter hinunter in das Gebiet der Vorderen Rindalpe. Hier treffen die Wege aus dem Autal zur rechten bzw. dem Weißachtal zur linken Seite auf den Gratweg. Im Anschluß an den Sattel geht es wieder bergauf. 100 Höhenmeter sind bis zum Gündleskopf und, nach einer kurzen Bergabpassage, weitere 100m zum Buralpkopf zu bewältigen, bevor auch dieser Gipfel auf 1772m Höhe erreicht ist.

Über den Stuiben zum Steineberg

Das Tourenprofil wiederholt sich immer wieder. Der Weg führt nun abermals bergab in eine weite Senke die schließlich hinauf zum Sederer Stuiben leitet. Es folgt eine etwas kleinere Mulde am Gratweg in deren Anschluss der Stuiben mit 1749m Höhe auf dem Programm steht. Der gesamte Wegverlauf sollte nicht unterschätzt werden. Gerade im Bereich des Stuiben fallen die Wände links und rechts des Weges teils steil ins Tal. Einige Stellen sind mit Drahtseilen gesichert, an anderen muss auch mal Hand den den Gottesbeton gelegt werden.

Drahtsicherung am Gratweg der Nagelfluhkette
Drahtsicherung am Gratweg der Nagelfluhkette

Mit Überschreitung des Sederer Stuiben liegt die Hälfte der Tour von Bergstation zu Bergstation hinter uns. Das Terrain wird nun deutlich ruhiger und es stehen weniger Anstiege bevor. Bis zum Ziel an der Mittagbahn müssen lediglich 110 weitere Höhenmeter bergauf bewältigt werden. Dem stehen knapp 400m bergab entgegen.

Einen knappen Kilometer hinter dem Stuiben kommt von rechts der Aufstiegsweg aus dem Wiesach nach oben. Es geht von nun an mäßig steil bergan auf den Rücken des Steineberg (1660m). Der breite Rücken, einem Tafelberg gleich, endet am Gipfelkreuz. Von hier führt eine senkrechte Leiter nach unten. Geht man die Tour in der entgegengesetzten Richtung, so hat man hier in den frühen Morgenstunden einen beeindruckenden Blick auf den Sonnenaufgang hinter dem Grünten. Zudem ist der Aufstieg über die Leiter angenehmer, als der Abstieg. Daher lässt sich diese Herausforderung ein paar Meter vor dem Gipfelkreuz umgehen.

Die ersten Sonnenstrahlen hinter dem Grünten
Die ersten Sonnenstrahlen hinter dem Grünten

Der letzte Abschnitt zum Mittag

Auf der linken Seite, unter uns das Steigbachtal, geht es um die Festplatte des Steineberg herum. Ab dem unteren Ende der Leiter schlängelt sich ein Pfad mit vielen Stufen weiter in Richtung Tal bevor es durch Buschwerk und den Wald wieder am Grat entlang geht.

Nach einigen künstlich eingebauten Stufen, in der Senke die rechter Hand zur Alpe Vordere Krumbach führt, stehen die tatsächlich letzten Meter bergauf an. Links des kleinen Bärenköpfle Gipfel geht es schließlich hinüber zur Gipfelstation der Mittagbahn, wo der Abstieg zu Fuß, oder mit Hilfe der Bahn, nach Immenstadt erfolgt.


Für die gesamte Tour sollte ausreichend Flüssigkeit eingepackt werden. Bewirtschaftete Alpen finden sich zwar links und rechts des Weges, diese erfordern aber immer einen zusätzlichen Abstieg ins Tal. Außerdem sind natürlich Trittsicherheit und vor allem Kondition entscheidend für einen wirklichen Genuss der gesamten Wanderung. Alternativ gibt es zahlreiche Möglichkeiten die einzelnen Gipfel zu besteigen oder auch miteinander zu kombinieren. Das macht die Tour deutlich kürzer und leichter und das Bergerlebnis nicht minder schön. Die verschiedenen Einzeltouren zu den Gipfeln sind in diesem Beitrag verlinkt.


Anzeige:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.