Die Green Shape Core Collection von VAUDE

Nachhaltigkeit und Hybrid-Skischuhe – Outdoor-Trends auf der ISPO

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Mikroplastik, Rizinusöl, blinkende Helme & Neueinsteiger. Alljährlich gibt sich die Sport-Branche in München auf der ISPO die Ehre. Grund genug sich beim Besuch einiger Partner einen Überblick über aktuelle Trends und Neuheiten zu verschaffen.

Mein erster und liebster Anlaufpunkt: Skandinavien. Einerseits sind dort einige meiner Partner beheimatet, andererseits hat mich nicht zuletzt mit meiner Finnland-Reise das Fieber für die Region gepackt. Gerade im Baselayer-Bereich sind die Produkte für mich unschlagbar. Von Aclima konnte ich mich, gerade im Bereich Merino, bereits des Öfteren überzeugen. Auch in diesem Jahr stechen die zeitlos designten Produkte angenehm in der Masse der sonst so grellen Klamotten heraus. Aber auch andere Produzenten treffen aus meiner Sicht „ins Schwarze“. Neben Devold möchte ich hier in erster Linie TUFTE nennen. Der norwegische Hersteller betritt gerade erst den deutschsprachigen Markt, wird mit seinen mega-angenehmen und gut verarbeiteten Materialien sicher schnell Fuss fassen.

Der Streifzug durch die Messehallen der Outdoor-Branche zeigt schnell, dass auch in diesem Jahr das Thema Nachhaltigkeit oder auch „Sustainability“ in aller Munde und auf (fast) allen Schildern zu finden ist. Ich stelle mir dabei die Frage, wie das „Große Ganze“ hinsichtlich Produktion und verwendeter Materialien auch mit dem „Trendsetter“-Status der Branche vereinbar ist. Faire Arbeitsbedingungen. Ort und Sicherheit der Produktionsstätten. Verwendete Materialien und nicht zuletzt die Produktion selbst. Dann ist da aber immer noch das Bestreben immer wieder zu verkaufen. Was heute in Sachen Farbgebung „IN“ ist ist morgen „OUT“. Also geht die Masse mit dem Trend und deckt sich mit aktuellen Modellen ein. Ist das nicht entgegen der Nachhaltigkeit?

Poncho oder Doppeljacke? Auf jeden Fall "zertrennlich"
Poncho oder Doppeljacke? Auf jeden Fall „zertrennlich“

VAUDE hat sich bei diesem Thema als Vorreiter positioniert. Bereits vor vielen Jahren ist mir die Firma bei einem Vortrag zum Thema „moderne Arbeitswelt, Arbeitszeitmanagement, etc.“ aufgefallen. Bereits damals hat sich VAUDE aus meiner Sicht weit vor anderen Firmen mit der Vereinbarkeit von Privatem und Beruflichem auseinandergesetzt. Auch wenn mir der Sportartikelhersteller in der Folge (speziell bei der BANFF Mountain Film Festival) des Öfteren über den Weg gelaufen ist, die Produkte habe ich persönlich nicht wissentlich verwendet. Um dem „Leitspruch“ der Nachhaltigkeit auf den Grund zu gehen habe ich mir auf der Pressekonferenz mal die Hintergründe und „Insider-News“ angehört und auf dem Messestand die Produkte der „Green Shape Core Collection“ direkt angeschaut.

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Nachhaltigkeit als Innovationstreiber und nicht als Innovationsbremse

Persönlich muss ich sagen: „Respekt!“ Von den Schnallen am Rucksack, die nicht mehr auf Öl- sondern auf Rizinus-Basis hergestellt werden, bis zu den verwendeten, teils selbst entwickelten Textilien. Auch die Berücksichtigung der kleinen Mikropartikel, die beim Waschen freigesetzt werden: da neue Materialien auf Holzfaser-Basis hergestellt werden sind diese biologisch abbaubar.  Die Spannweite ist so immens, dass es kaum zu glauben ist, dass sich ein mittelständisches Wirtschaftsunternehmen dieser Herausforderung stellen kann. Auch die Farbgebung der Kollektion ist aus meiner Sicht zeitlos und unterliegt somit nicht dem Zwang in jeder Saison ausgetauscht zu werden. Ob die „Doppeljacke“ zu einem Renner wird… da bin ich mir nicht sicher. Was sich zudem erst noch zeigen muss ist, ob der Kunde auch bereit ist den höheren Preis für diese Art von Produkten zu zahlen. Letztlich werden aber auch hier die Preise mit steigenden Absatzzahlen früher oder später fallen.

Dass auch andere Hersteller auf den Zug der Nachhaltigkeit aufspringen zeigt sich allein schon im Design der Messestände. Viel Holz. Genauso viel Holz findet man bei den Sportgeräten. Skier, Snowboards und sogar Fahrräder findet man in Hülle und Fülle. Das Bewusstsein einerseits ist da, lässt sich an vielen Stellen aber doch mehr unter der Rubrik „Individualität“ einordnen. So oder so. Die Entwicklung zeigt grundsätzlich bei Vielen in die richtige Richtung.

Innovationen in Technik und Sicherheit

Natürlich finden sich auf der Messe auch „exotischere“ Neuerungen oder Trends. Zwei Produkte seien hier stellvertretend erwähnt. Der Skischuh von APEX, der eigentlich ein Softboot ist. Er punktet mit seinem extrem bequemen Tragefühl. Der Schuh besteht aus zwei Teilen: einerseits aus einem Softboot mit Laufsohle und einer Art Drahtschnürung die sehr fein per Drehknopf gespannt werden kann. Und andererseits einem „Skischuh-Skelett“ das die notwendige Stabilität und eine angeblich optimale Kraftübertragung auf Bindung und Ski ermöglicht. Allerdings ist der in den USA entwickelte und dort bzw. in UK seit längerem im Verkauf befindliche „Hybrid-Schuh“ nicht mit der von Tourengängern eingesetzten Pin-Bindung kompatibel, somit in erster Linie für den Alpin-Ski-Bereich konzipiert.

Der Helm von Lumos, der im „Brand New“-Bereich der Messe vorgestellt wird, ist ein echter Hingucker und könnte, wenn nicht im sportlichen Outdoor-Segment, dann zumindest in den Städten, Einzug halten. In den Helm ist ein Lichtband an der Frontseite sowie weitere Lichtbänder in der Rückseite integriert. Über eine Fernbedienung, die per Kabel-Clip am Lenker befestigt wird, können Fahrtrichtungswechsel angezeigt werden. Außerdem erkennt ein in die Fernbedienung integrierter Empfänger wenn die Geschwindigkeit sinkt und aktiviert somit automatisch auf der Rückseite des Helms ein Bremslicht.

Auf der ISPO wird auch ein neues Outdoor-Smartphone vorgestellt. Das „Land Rover Explore“ ist laut Hersteller wasserdicht, sturz- und bruchfest und soll auch bei extremen Temperaturen genug Akkuleistung für einen verstärkten GPS-Empfang bieten. Ein weiteres Highlight war für mich auch das „FIFTYTEN„-Konzept. Ein auf handelsübliche Pickups aufsetzbare Wohn-Schlafkabine. Da schlägt das Outdoor-Herz doch gleich etwas höher.

Die ISPO bietet also Alles in Allem einen sehr guten Überblick über die Trends der Outdoorbranche und findet noch bis zum morgigen Mittwoch auf dem Messegelände in München statt. Das heißt also: noch ein weiterer Tag mit interessanten Gesprächen, der ein oder anderen Neuerung und vielen Laufkilometern steht bevor.

VAUDE auf der ISPO 2018
VAUDE auf der ISPO 2018

 

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