Meine schönsten Bilder des letzten halben Jahres – Fotoparade

Eingetragen bei: Blog | 8

Da stöbere ich gerade in meinen Bergmomenten 2018 und dann kommt da dieser neue Blogbeitrag von Elke in den Posteingang geflattert. Thema: eine Fotoparade der schönsten Bilder des 2. Halbjahres 2018. Irgendwie passend.

Michael von Erkunde-die Welt.de hat dazu eingeladen die Fotoarchive zu öffnen und die schönsten Bilder den letzten halben Jahres zu suchen. Konkret geht es um die Kategorien “Abstrakt”, “Aussicht”, “Krasse Sache”, “Landschaft”, “Rot” und “Tierisch”. Dazu wird noch das „schönste Foto“ gesucht.

Bei den hunderten an Bildern, Eindrücken und Erinnerungen ist das gar nicht so einfach. Da waren die vielen Bergtouren, Wanderungen und Begegnung die nicht nur das letzte Halbjahr, sondern das gesamte Jahr 2018 wieder einmal zu einem Genuss in 356 Akten werden ließen. Aber ich bin natürlich fündig geworden, wenngleich mir in einer Kategorie „Grün“ besser als „Rot“ gefallen hätte. Das hängt aber sicher mit dem letzten Bild in meiner Liste zu zusammen.

Hier nun meine ganz persönlichen Gedanken, meine schönsten Bilder des letzten halben Jahres.

“Abstrakt”

„Das Adjektiv abstrakt wird verwendet um etwas nicht Gegenständliches zu bezeichnen. Man meint damit begrifflich, theoretisch oder gedacht. Bei abstrakter Kunst ist nicht der Gegenstand das Motiv der Darstellung, sondern sein gedanklicher Gehalt.“ Für mich ist das aber dann bei sehr vielen Bildern der Fall. Bilder, die nicht unbedingt das abgebildete Motiv zum Ausdruck bringen wollen, sondern das, was „dahinter steckt“. In vielen Fotografien der weiteren Kategorien spiegelt sich dieser Gedanke wider.

Auch wenn das folgende Bild am Anfang des Beitrags steht, so habe ich lange gebraucht um „das Richtige“ zu finden. Im engeren Kreis, und in Anlehnung an Michael’s Beitrag zu diesem Thema, stand unter anderem ein Bild vom Münchner Flughafen. Die langen Förderbänder. Die neonfarbene Beleuchtung… Dennoch habe ich mich für ein Motiv entschieden, das draußen entstanden ist.

Es ist ein Bild das nicht das Motiv im Zentrum der Fotografie zeigt. Es ist auch nicht das Wetterleuchten, das alleine für sich steht. Es zeigt für mich die Verbindung von Mensch zu Natur und deren ganze Kraft.

Das Bild, das übrigens nicht nachbearbeitet wurde, habe ich in noch keinem Blogbeitrag veröffentlicht. Im Zentrum die Burg von Arco, links daneben das hell erleuchtete Gipfelkreuz am Colodri und rechts vorne das Dach der Evangelischen Kirche. Doch diese ganzen Bildbestandteile bilden letztlich nur den Rahmen.


“Aussicht”

Die schönste Aussicht genießt man immer in Gesellschaft. Bleibende Erinnerungen. Momente, die sich für immer in das gemeinsame Gedächtnis einbrennen. Beim Anblick dieses Bildes kann ich immer noch die Wärme der untergehenden Sonne spüren und die klare, frische Luft der nahenden Nacht schmecken.

Das beste daran: es war ein spontaner Einfall am späten Nachmittag mit Sack und Pack auf die Rohnenspitze im Tannheimer Tal zu steigen. Zuerst mit dem Bike, dann zu Fuß auf den Gipfel. Für diese Goldene Stunde hat sich die Sonnenuntergangs-Tour auf den 1.992m hohen Berg an der Grenze zum Allgäu wirklich gelohnt. Und nicht nur für dieses Bild.

Auch die weiteren Aufnahmen, die an diesem Abend, in der Nacht und am darauffolgenden Morgen entstanden sind, sehe ich mir immer wieder gerne an. Ein weiteres Bild folgt noch in dieser Blogparade. Alle anderen findest Du hier.


“Krasse Sache”

Krass. Im wahrsten Sinne des Wortes. Dieses Bild entstand auf der definitiv beeindruckendsten Klettersteig-Tour des letzten Halbjahres. Das Ziel war der Prisojnik, ein 2.547m hoher Gipfel im Triglav Nationalpark (Slowenien). Je höher wir gestiegen sind, desto dichter wurden die Wolken.

Hochnebelschwaden begleiteten uns im letzten Drittel der Tour. Kurz bevor wir durch das riesige Felsenfester kletterten öffnete sich die Nebelwand und am Ende des Fensters klarte es für einige Augenblicke auf. Da entstand diese Bild mit dem Blick durch das Fenster nach Norden. Unten die Passstrasse, die Kranjska Gora mit dem Tal der Soča verbindet. Kurz darauf umhüllte wieder der Hochnebel die Wände rund um den Prisojnik.

Immer wieder konnten wir einen kurzen Blick in die Tiefe erhaschen. Allerdings hatten wir pünktlich mit Erreichen des Gipfels das Glück der Tüchtigen. Alle Bilder zur Tour findest Du hier. Dort ist auch eine Aufnahme aus dem Tal, die aus weiter Entfernung das Felsenfester und somit dessen Ausmaße zeigt.


“Landschaft”

Noch ein Bild aus meinem „Sonne, Mond und Sterne – Beitrag„. Ein neuer Tag beginnt. Für mich ist das nirgends so schön wie in den Bergen. Nach einer Übernachtung auf einer Hütte, beim Biwakieren, oder bei einer Sonnenaufgangs-Wanderung.

Es beginnt mit einem leichten Schein am Horizont. Der zunächst rot, dann gelbgolden leuchtende Feuerball, der sich sekündlich höher und höher schiebt, lässt die Dunkelheit des Horizonts hinter sich. Die ersten wärmenden Strahlen, treffen auf das Gesicht. Das dunkle Grün der Täler wird beginnt saftig zu leuchten. Das tiefschwarze Grau der Felsen versteckt nicht länger die Konturen umliegenden Gipfel.  Die ersten wärmenden Strahlen, treffen auf das Gesicht. Gibt es ein stärkeres Bildnis das zeigt, dass jeder Tag ein neuer Anfang und so unsagbar kostbar ist?

Wie das Bild zum Thema „Aussicht“ entstand auch dieses auf der Rohnenspitze über dem Tannheimer Tal.

Sonnenaufgang von der Rohnenspitze aus aufgenommen


“Rot”

Rot. Ich hatte einige Bilder zur Auswahl. Die meisten von Klettersteigen. Da waren rote Leitern, rote Hosen oder auch der rote Kletterhelm mit dabei. Dieses Bild hatte ich zunächst gar nicht im Blick. Dabei entstand es erst vor kurzem auf einer Bloggerwanderung an der Mosel.

Der Herbst bringt immer wieder sensationelle Farben zum Vorschein. Das bunter Laub der Bäume ist einfach herrlich. Die goldgelben Rebstöcke an der sonnigen Untermosel mit den noch übrig gebliebenen dunkelblau-violetten Trauben grenzten schon fast an Reizüberflutung. Doch bevor sich die Untermosel von ihrer sonnigen Seite gezeigt hatte, waren wir, begleitet vom Nebel eines kühlen Novembermorgens, bereits ein paar hundert Meter nach oben gegangen.

Auf dem Rücken oberhalb des Moseltals, auf einem schmalen Pfad zu einer Kultstätte aus keltisch-römischer Zeit, entstand dieses Foto und ein weiteres wunderschönes Nebelbild.

Mystische Herbstwanderung oberhalb der Mosel


“Tierisch”

Kraft, Ruhe, Eleganz, Anmut. Kaum ein Tier in den Bergen vereint diese Eigenschaften so wie der Steinbock. Blickt man ihm in die Augen, kommt noch etwas Geheimnisvolles mit dazu.

Faszinierende Geschöpfe, die in der rauen Umgebung des Hochgebirges wahre Überlebenskünstler sind. Schroffe, steile Felsflanken meistern sie problemlos. Man wundert sich, wie diese Tiere im Winter in der lebensfeindlichen Umgebung an Nahrung kommen und den eisigen Verhältnissen trotzen. Gerade für die Jungtiere dürfte es besonders hart sein. Im Sommer könnte ich den Steinböcke, ob jung oder alt, stundenlang zusehen.

Dieses Bild entstand, zusammen mit einer ganzen Serie, im Hochsommer. Das Jungtier stand nur wenige Meter entfernt. Bereits wohlwissend, dass es im Gelände uns Zweibeinern überlegen ist und wir nur geduldete Besucher sind. Eine Schwarz-Weiß-Serie aus weiter zurückliegenden Tagen, inklusive winterlicher Verhältnisse, gibt es hier.


Mein „schönstes Foto“ des 2. Halbjahres

Hohe Berge, grün-leuchtende Seen, großartige Klettersteige und herrliche Sonnenauf- und Untergänge. In diesem zweiten Halbjahr waren so viele Bilder dabei die allesamt fest im Kopf verankert bleiben. Schluchtenwandern auf Kreta, Mountainbike-Touren am Gardasee, Südtirol im Herbst. Viele dieser Bilder hätten es verdient, das schönste Bild des zweiten Halbjahres zu werden. Hoch, weit, schroff, bunt.

Dennoch fällt meine Wahl auf ein Bild, das zunächst wenig spektakulär anmutet. Es ist aber ein Bild, das mir selbst viel bedeutet. Heimat, Natur, Tradition, Leben. Für mich ist dieses Bild kraftvoll, zielstrebig und fokussiert. Es drückt aber genauso Freiheit und Verbundenheit aus. Und es handelt von Menschen. Menschen die in meinem direkten Umfeld ein Teil meines Lebens geworden sind. Ein Teil der Wurzeln die so viel Kraft geben.

Das Bild entstand im September diesen Jahres in einer Serie zum Viehscheid von Berghofen. Der Tag, an dem das Ende des Alpsommers mit dem Abtrieb der Tiere von der Berghofer Wald Alpe eingeläutete wurde, begann kühl. Am Vortag hatte es ich geregnet. Am Morgen klarte es mehr und mehr auf. Die Alpwege trockneten nach und nach. Und es entstanden unvergessliche Eindrücke.


Das waren also meine persönlich schönsten Bilder und Gedanken zum letzten halben Jahr. Wenn Du auch an dieser Blogparade teilnehmen möchtest, dann findest Du alles, was Du darüber wissen musst hier.

Anzeige:
Anzeige:

8 Antworten

    • Björn von Bergtouren-im-Allgäu.de

      Danke für Deine lieben Wort, Elke. Und Danke für Dein Feedback zu den Bildern. Mit der Beschreibung wollte ich nur ein klein wenig die Stimmung zum Ausdruck bringen, die ich beim Anblick und der Erinnerung an die jeweilige Situation empfinde. Wünsche Dir noch einen schönen 2. Advent!

  1. Chris

    Hallo Björn,
    richtig tolle Bilder hast du rausgesucht, da hat man Lust, direckt die Wanderstiefel zu schnüren und los zu wandern. Das Bild von der Rohnenspitze gefällt mir dabei am besten. An einem solchen Aussichtspunkt den Sonnenauf- oder untergang zu bebobachten ist einfachwunderbar.
    Viele Grüße
    Webundwelt.de

  2. Claire

    Was für ein tolles „rot“-Foto und was für ein schöner Beitrag! 🙂

    Schöne Feiertage!

    Alles Liebe, Claire

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.