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Abstieg zur Lindtalalm

WaiWi Etappe 1: Hausberg, Schaflberg, Kirchberg – die erste Etappe des WaiWi

Meine erste Etappe auf dem WaiWi Weitwanderweg von Waidring zum Wildseeloder war geprägt von tief hängendem Hochnebel. Ein herrliches Wanderwetter bei angenehm kühlen Temperaturen und einer geradezu mystisch-schönen Stimmung.

Übernachtung im Hotel Sendlhof in Waidring

Nach meiner gestrigen Anreise hatte ich die Nacht im Hotel Sendlhof verbracht. Wie sich herausstellte ein idealer Ausgangspunkt. Flexibel, auch für eine Nacht. Wenngleich es Frühstück erst ab 7.30 gab wurde mir aufgrund der bevorstehenden langen Wanderung angeboten, eine halbe Stunde früher zu beginnen.

Zudem liegt das Hotel nur einen Steinwurf vom Beginn des WaiWi entfernt. Obendrein konnte ich mein Fahrzeug die gesamte Zeit über auf dem Parkplatz stehen lassen. Somit war alles gerichtet für einen herrlichen ersten Tour-Tag.

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Frühmorgens ging es dann los. Über den Dorfplatz hinauf zum kleinen Skilift. An den gelben Wegweisern, die zu den zahlreichen Gipfeln und Sehenswürdigkeiten im Pillerseetal führen, sind zudem für den WaiWi kleine grüne Punkte angebracht. Somit konnte die Karte nahezu den gesamten Weg über im Rucksack bleiben.

Die ersten Schritte auf dem WaiWi

Von Waidring aus geht es zunächst über eine Wiese entlang des Skilifts in den Wald. Schritt für Schritt führt ein herrlicher, mitunter steiler Waldweg durch den alten Bergwald nach oben. Knorrige alte Bäume und Wurzeln prägen die Szenerie, die durch den dichter werdenden Nebel noch geheimnisvoller wirkte.

Das Rauschen der Strasse im Tal nimmt nach und nach ab. Immer wieder taucht Waidring am Talboden noch auf. Gegenüber des Aufstiegs zum Hausberg liegt die weitbekannte Steinplatte. Ein urzeitliches Korallenriff das im Sommer ein beliebtes Wanderzeit ist. Im Winter ein El Dorado für Skifahrer. An meinem ersten WaiWi-Tag war wenig von der Steinplatte zu sehen. Dafür rückten andere Dinge in den Fokus.

Das diffuse Nebellicht brachte die unzähligen Blumen, die mich den gesamten Weg begleiten sollten, herrlich zum Vorschein. Riesige Felder mit Heildelbeer-Sträuchern am Boden. Der Duft des Waldes. Dazu wurde es immer stiller. Der Nebelschleier umhüllte die gesamte Umgebung mit einer herrlichen Ruhe und Einsamkeit.

Nach einer guten halben Stunde war das Gipfelkreuz des Hausberg erreicht. Diese Zeit ist aber sicher kein Anhaltspunkt für den normalen Geher. Schließlich geht es gut 300 Höhenmeter nach oben. Bei mir hat offenbar das Backhendl mit steirischem Kernöl von Vortag eine Portion Extra-Energie freigesetzt.  Offiziell ist die gesamte erste Etappe (von Waidring bis St. Jakob in Haus) mit 8 Stunden ausgewiesen.

Vom Hausberg nach Oberweisbach

Ab dem Hausberg wird der schmale Waldweg zunächst flacher und fällt schließlich sanft in Richtung Talsenalm ab. Weicher Waldboden wechselt mit wurzlig-steinigem Untergrund. Hier oben herrscht absolute Stille. Kein Geräusch mehr, dass vom Tal nach oben  dringt.

Kurz nach der Abzweigung zur Weißbachschlucht taucht in einer Kurve die unbewirtschaftete Talsenalm auf. Hier mündet der Pfad auf einen breiten, schottrigen Wirtschaftsweg, der weiter nach unten und schließlich über den Weißbach führt.

Hier zweigt links ein Fußweg zum Berggasthof Oberweißbach ab. Oberhalb des Fahrweg geht es sanft ansteigend nach hinauf. Eine knappe Stunde nach dem Hausberg ist der Gasthof mit Spielplatz, Bogenschießanlage und Mountain-Carts erreicht.

Angesichts des Angebots könnte man meinen, dass hier eine Menge los wäre. Doch weit gefehlt. An diesem Tag schienen lediglich die kleinen Ponys wach zu sein. Bis hierher und noch ein gutes Stück weiter kreuzte keine Menschenseele meinen Weg.

Aufstieg zum Schaflberg und Kirchberg

Vom Berggasthof Oberweißbach führt eine asphaltierte Strasse ein paar hundert Meter bergauf zur Rechensaukapelle. An dem Marterl taucht der Weg wieder in den Wald ein. Zunächst ein breiter Wirtschaftsweg, dann an einem Wegweiser links ab, geht es wieder auf einem schmalen Pfad durch den Wald.

Zunächst steigt der Weg nur mäßig an. Er kreuzt immer wieder den breiten Wirtschaftsweg, bevor er komplett in selbigem mündet. Der breite, schottrige Fahrweg führt aus dem Wald hinaus auf die Almwiesen unterhalb der Rechensaualm.

Aufstieg zur Rechensaualm
Aufstieg zur Rechensaualm

Während des Aufstiegs zur unbewirtschafteten Alm begegnete ich dem einzigen Lebewesen am heutigen Tag. Der Rehbock, der es sich im Dickicht der Farne gemütlich gemacht hatte, war vermutlich genauso überrascht wie ich. Hinter der Rechensaualm, die eine gute halbe Stunde nach der erwähnten Kapelle erreicht ist, geht es wieder auf einem schmalen Bergpfad weiter. Mal leicht, dann wieder stärker ansteigend, schlängelt sich der Pfad über die Almböden nach oben.

Während meines folgenden, gut 45 minütigen Aufstiegs zum Schaflberg, säumten mehr und mehr Alpenrosen den Weg. Auch der Enzian leuchtete an diesem Frühsommer Tag besonders stark in der nebligen Landschaft.

Je höher man auf den Schaflberg steigt, desto tiefer wandert man durch meterhohe Latschenwälder. Wäre der Weg nicht gut markiert oder noch schneebedeckt, könnte man sich in dem Labyrinth fast verlaufen. Der Blick vom Schaflberg auf den im Tal liegenden Pillersee blieb mir an diesem Tag leider verwehr.

Und so ging es nach einem sehr kurzen Zwischenstopp zunächst leicht bergab, dann etwa 100 Höhenmeter ansteigend zum gut 15 Minuten entfernten Kirchberg. Hier lichtete sich der Hochnebel etwas und gab den Blick auf den Abstieg zur Gerstbergalm frei.

Der Schaflberg-Gipfel im Nebel
Der Schaflberg-Gipfel im Nebel

Über die Gerstbergalm zur Winterstelleralm

Der weite Latschengürtel rund um den Kirchberg öffnet sich bald. Über die Weideflächen der Gerstbergalm geht es 170 Höhenmeter nach unten. Zunächst erreicht man die unbewirtschaftete Alm über kaum sichtbare Pfade.

Dann folgt man dem Fahrweg zu einem kleinen Stall bevor es über einen Wiesenweg zur Gerstbergalm hinunter geht. Hinter der Alm verläuft der Wiesenweg parallel zu einer alten Steinmauer bevor es wieder alpiner wird.

Es geht um eine Bergnase ein kurzes Stück durch den Wald, bevor die Weideflächen oberhalb der Wintersteller Alm erreicht sind. Hier geht es, an einem markanten Wegkreuz vorbei, auf einem Wirtschaftsweg hinunter ins Tal.

Für die 170 Höhenmeter vom Kirchberg bis zur Wintersteller Alm habe ich eine gute dreiviertel Stunde benötigt. Und auf der Gerstbergalm ist mir im Übrigen der erste Mensch auf dem gesamten bisherigen Weg begegnet.

Abstieg nach St. Ulrich am Pillersee

Neben der Berggasthof Oberweißbach ist die Winterstelleralm die einzige Einkehrmöglichkeit auf dieser Etappe. Für Zwischendurch sollte man also genügend Flüssigkeit und etwas zu Essen im Rucksack haben. Der Abstieg in Richtung St. Ulrich am Pillersee verläuft durchweg auf dem breiten Wirtschaftsweg der die Winterstelleralm und die darunter liegende Lindtalalm mit dem Talort verbindet.

Etwa 1 Stunde dauert der Abstieg bis nach Straß. Hier befindet sich die Grieselbach Mühle. Ein Trinkbrunnen auf 855m Seehöhe wo die Wasservorräte wieder aufgefüllt werden können.

Offiziell endet die 1. Etappe in St. Jakob in Haus. Die gut 3,5 Kilometer in der Ebene habe ich aber erst am 2. Tag absolviert und habe in St. Ulrich am Pillersee im Ortsteil Straß im Gasthof Strasserwirt übernachtet.


Tipp: eine Packliste und viele Informationen, den Original Streckenplänen zum Download  und Links zur Vorbereitung des WaiWi findest Du hier.


Anzeige: Dieser Beitrag enthält Werbung. Ich wurde von Pillerseetal Tourismus zu dieser Tour eingeladen. Kost & Logis wurden mir gestellt. 
Der Inhalt und meine Meinung wurden dadurch nicht beeinflusst. 
Weitere Infos: www.trusted-blogs.com/werbekennzeichnung

Die Karte und das Höhenprofil zu meiner 1. WaiWi-Etappe


Anmerkung: Zur ersten Etappe gibt es eine ausgewiesene Alternativ-Route. Diese führt ab dem Berggasthof Oberweißbach nicht auf den Schaflberg, sondern über den Gasthof Adolari ins Tal. Auf der östlichen Seite des Pillersees geht es dann in Richtung Ortsteil Strass (St. Ulrich am Pillersee), wo die Variante wieder auf die Originalroute über Flecken in Richtung St. Jakob in Haus führt.


Die erste WaiWi Etappe aus der Luft

 

Relive ‚Streckenprofil meiner 1. WaiWi Etappe‘


>> Hier geht es zur 2. Etappe des WaiWi <<

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2 Antworten

  1. Eddy

    Vielen Dank für deinen Bericht und die vielen tollen Bilder! Nachdem ich das Wandern gerade erst für mich entdeckt habe, kommt der WaiWi jetzt auf jeden Fall auf meine „ToDo-Liste“ 🙂

    • Björn von Bergtouren-im-Allgäu.de

      Hallo Eddy,

      der WaiWi macht wirklich Laune und ist auch zum Reinschnuppern ins Weitwandern super geeignet. Etappe 2 und 3 folgen in Kürze. Dazu gibt’s noch die Zusammenfassung und meine Tipps & Empfehlung. Dran bleiben lohnt sich also. Einfach den Blog abonnieren und nichts verpassen.

      LG
      Björn

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