Schreckseepanorama

Schrecksee, 1813m

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Die Tour zum 1813m hoch gelegenen Schrecksee gehört nicht zwingend zu den anspruchsvollsten Touren im Allgäu. Dennoch erfordert sie ein gewisses Maß an Kondition.

 

Wichtiger Hinweis aus aktuellem Anlass: Der Schrecksee befindet sich im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen. Campen oder Feuer machen sind absolut verboten! Leider kam es in den letzten Monaten immer wieder zu Zwischenfällen, Verschmutzungen und Ruhestörungen. Sogar Zaunpfähle der Hirten wurden entfernt und verbrannt. Ich möchte mich auf dieser Seite ausdrücklich von diesem Umgang mit der Natur distanzieren und begrüße die angekündigten Kontrollen und auch entsprechende Strafen. Wer den See besuchen möchte, sollte Respekt vor der Natur haben und sich entsprechend verhalten, damit er auch künftigen Generationen in seiner Einzigartigkeit erhalten bleibt.

 

Virtuelle RealitätÜbrigens musst Du nicht unbedingt selbst zum Bergsee aufsteigen. Du findest auf dieser Seite auch ein 3D-Panorama. Klicke hierzu einfach auf das nebenstehende Symbol.



 

Aufstieg zum Schrecksee
Aufstieg zum Schrecksee

Diese Bergtour beginnt am Ortsausgang von Hinterstein. Direkt hinter dem 2015 neu belebten Bergsteiger-Hotel Grüner Hut (ehemals nur „Gasthaus Grüner Hut“) liegt der gebührenpflichtige Parkplatz. Von hier aus führt ein Wiesenweg geradewegs in Richtung des Gasthof der Konstanzer Jäger.

Zunächst geht es auf einem geteerten Fahrweg leicht bergauf, später auf schottrigem Untergrund wieder hinunter zur Fahrstraße zwischen Hinterstein und dem Giebelhaus. Auf der Fahrstraße geht es nun in etwa 15 Minuten, vorbei am Gasthof der Konstanzer Jäger, zum Elektrizitätswerk Hinterstein. Alternativ kann der bisher zurück gelegte Weg auch mit dem Bus (Pendelverkehr zwischen Hinterstein und Giebelhaus) oder mit dem Rad bewältigt werden.

Direkt nach dem E-Werk geht es links hinauf. Der Beschilderung nach dauert der Aufstieg 2 3/4 Stunden. Zunächst geht es über freies Gelände, dann hinein in den Schatten spendenden Wald. Kleine Kehren führen mehr oder minder direkt in der Falllinie nach oben.

Blick nach Hinterstein
Blick nach Hinterstein

Nach gut 30 Gehminuten wird der Weg breiter und auch die Steigung macht für einen kurzen Moment eine Pause. Auf einer kleinen Lichtung breitet sich ein künstlich angelegter Teich aus. Rechts vorbei geht es, nun wieder bergauf, weiter zum Ziel. Bald lichtet sich der Wald und der Weg führt über offenes Gelände und nur mäßig ansteigend, einer etwa 300 Meter hohen Wand entgegen.

Wenige Meter nach einem kleinen Bach geht es in den letzten Anstieg. Schon von Weitem ist der Weg zu erkennen. Quer zur Wand geht es auf felsig, steinigem Untergrund nach oben. Im oberen Drittel der Wand beginnen kleine Kehren, die uns etwas steiler nach oben bringen. Im oberen Teil trennt ein Zaun den Weg vom abschüssigen Gelände.

Am Ende „der Wand“ geht es durch ein mit Latschen bewachsenes Gebiet über zwei kleinere Hügel. Hinter der Alphütte vorbei wähnt man sich fast schon am Ziel. Doch erst nach der letzten Kehre kommt der funkelnde Bergsee in Sicht und lädt zu einer einzigartigen Erfrischung an heißen Sommertagen ein.

Zurück geht es auf demselben Weg, oder aber, man folgt dem Jubiläumsweg in Richtung Prinz-Luitpold Haus oder Willersalp. Eine deutlich anspruchsvollere Tour ist die Variante über das Rauhhorn. Allerdings ist die Kletterei über den ausgesetzten Grat nur geübten Bergsteigern zu empfehlen. Die Sicht auf den See ist dafür einmalig.

Egal für welche Tour Du Dich entscheidest. Wichtig ist in jedem Fall festes Schuhwerk. Außerdem, wie eingangs bereits erwähnt, befindest Du Dich im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen und solltest diesem Naturwunder und den dort lebenden Tier- und Pflanzenarten, den entsprechenden Respekt entgegenbringen. Danke!






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Life begins when you step outside!

8 Responses

  1. Dan solevin

    Die Wanderung ist in den meisten Seiten als schwer bis sehr anspruchsvoll aufgeführt bin den Berg heute selber gelaufen und kann sagen vergesst es wenn ich nicht super trainiert seid die Beschreibung hier auf der Seite ist schlecht weg falsch !! Und lockt ungeübte Wanderer in ein gefährliches Gebiet mit Kamera und Chucks und der Aussage das die Beschreibung hier auf eine leichtere Wanderung schließen lässt. PS vom Parkplatz aus sind es einfach 4 Std also zusammen 8 und wenn ihr wie wir keinen Parkplatz bekommt nochmal einfach 30 min länger.

    • Björn

      Hallo Dan, Danke für Deine Einschätzung. Es ist immer schwer, Touren für jemanden anderen einzuschätzen. Der Schrecksee auf dem Normalweg ist sicher konditionell sportlich. Das Problem mit den von Dir beschriebenen Schuhwerk ist aber aus meiner Sicht ein ganz anderes. Es gibt sehr viele, die Ihre Kondition überschätzen und zudem: Schuhe ohne Schaft haben in den Bergen nichts zu suchen. Trainiert oder nicht. Darauf weise ich im Impressum und in einzelnen Touren immer wieder hin. Die 4 Stunden stimmen sicher. In der Beschreibung (Karte) liegt die Standardberechnung von komoot immerhin auch bei 3. Wobei die Beschreibung selbst keine Wertigkeit enthält. Die Bergtour (nicht Wanderung) ist übrigens auch nicht als leicht, sondern mittelschwer, eingestuft. Wie gesagt, das ist oft sehr subjektiv, daher sind persönliche Einschätzungen anderer immer top

  2. Thomas

    Ich ging die Tour gestern und ich kann mich meinem Vorredner so nicht anschließen. Zum einen handelt es sich nicht um eine Wanderung sondern um eine Bergtour und auch bei den Wegweisern wird darauf hingewiesen, dass es sich um eine Bergwanderung handelt und griffiges Schuhwerk benötigt wird. Bei der Verwendung von falschem Schuhwerk ist man schlicht und ergreifend selbst schuld und kann dies nicht auf die Beschreibung der Tour zurückführen.

    Ich bin keine Sportskanone, ging in gemütlichem Tempo in ca. 3 bis 3,5 Stunden vom Parkplatz bei dem Hotel bis zum See. Um noch sicher einen Parkplatz zu bekommen (am Wochenende bei schönem Wetter), sollte man wahrscheinlich vor 8 Uhr morgens dort sein, ich kam um halb 9 an und ergatterte den letzten Parkplatz. Weiter unten im Dorf würde man aber wahrscheinlich auch noch einen finden. Der Weg zum See ist gut beschildert und viele Möglichkeiten zum Verlaufen gibt es auch nicht. Nachdem man sich doch sehr viel in der Sonne bewegt, sollte man sich genügend zu trinken mitnehmen (Ich trank 3 Liter).
    Naja, zum See selbst – unglaublich! Das Farbenspiel der Bäume, Felsen, Wiesen und des Wassers, einfach atemberaubend!

    Fazit: Die Tour ist es definitiv Wert gegangen zu werden – aber nur mit den entsprechenden Schuhen 😉

    • Björn

      Hallo Thomas,
      Danke für Deine Ergänzungen. Die richtige Ausrüstung ist das A&O.
      Das Farbenspiel ist tatsächlich ein beeindruckendes Fest für die Augen. Ich hoffe, Du hattest einen tollen Tag!

  3. Barbara

    Hallo zusammen!

    Ich habe immer ein Problem mit diesen Tour-Bewertungen…. Wir sind sehr oft in den Bergen unterwegs, aber seit 1 Jahr wandern wir auch mit unserem Sohn und nach solchen Aussagen bin ich nicht sicher, ob wir z.B. diese Strecke mit dem Kind (es sitzt in Kraxe) schaffen?! Könnte jemand mir etwas empfehlen?

    P.S. Wir haben immer eine volle Ausrüstung… 🙂

    • Björn

      Hallo Barbara,

      andere in Sachen Bergsicherheit und Trittsicherheit bzw. Kondition einzuschätzen ist sicherlich genauso schwer, wie die Gesamtbewertung einer Tour. Irgendwo ist alles ja subjektiv 😉

      Aber: mit Kraxe würde ich diese Tour als zu lang und zu steil einstufen. Gerade der Anstieg vom E-Werk hinauf ist anstrengend. Zwar wechselt die Szene bevor man die „Wand“ unterhalb des Schrecksees quert (aus meiner Sicht ist dieser Teil des Aufstieg zwar schottrig aber nicht sonderlich ausgesetzt) – alles in allem bist Du aber in hochalpinem Gelände unterwegs. Eventuell findest Du hier was passendes: https://bergtouren-im-allgaeu.de/Bergtouren/bergtouren/leicht

      Viele Grüße
      Björn

  4. Manu

    Hallo zusammen,
    Ich bin gestern diese Tour gelaufen und man sollte sich dafür einen ganzen Tag einplanen. Wir sind mit Kindern im Alter von 5 und 8 Jahren gelaufen.
    Die Aussicht und der See sind die Mühe wert gewesen.
    Empfehlenswert außer guter Schuhe sind Wanderstöcke.

    • Björn

      Hallo Manu! Klasse. Danke für Deinen Beitrag. Der erste Teil ist wirklich steil. Da sind Stöcke beim Auf- und Abstieg absolut empfehlenswert. Ich hoffe Ihr hattet einen superschönen Tag!

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