Rauhhorn

Rauhhorn, 2240m

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Beeindruckende Tiefblicke in schwindelerregender Höhe. Eine Bergtour auf das Rauhhorn gehört sicherlich zu den anspruchsvolleren Touren im Allgäu.

 




Bergpfad zur Willersalpe
Bergpfad zur Willersalpe
Aufstieg zur Willersalpe, Blick Richtung Daumen
Aufstieg zur Willersalpe, Blick Richtung Daumen

Von Parkplatz in Hinterstein führt einer der schönsten Aufstiege im Allgäu über die Willersalpe auf die Vordere Schafwanne. In den frühen Morgenstunden ist die Luft angenehm kühl. So auch an diesen wunderschönen Juli-Morgen, als diese spannende Bergtour auf dem Programm stand. Sobald der Fahrweg endet, führt ein wunderschöner Bergpfad durch den Wald auf die 1456 Meter hoch gelegene Willersalpe. Mal rückt das beeindruckende Bergmassiv des Daumen in den Blick, dann wird es wieder dunkel und eine fast andächtige Stimmung macht sich breit. In vielen kleinen Kehren geht es in etwa eineinhalb Stunden auf die Hochebene der bewirtschafteten Alpe.

 

An der Alpe gabelt sich der Weg. Links hinauf in Richtung Zierleseck, Rohnenspitze und Ponten, rechts hinauf in Richtung der Vorderen Schafwanne zum Geißeckjoch. Von oben senkt sich nach und nach die Grenze zwischen Sonne und Schatten nach unten. Zunächst führt der Weg mit geringer Steigung über die Wiesen auf einen kleinen Absatz vor er wieder steiler und der Untergrund schottriger wird.

Virtuelle RealitätAuf 2059 Metern Höhe ist die Vordere Schafwanne erreicht. Von unten grüßt der Vilsalpsee. Linker Hand geht es weiter in Richtung Geißeck und Geißhorn. Ein paar Meter weiter unten, in Richtung Tal, erkennt man den Jubiläumsweg, der unterhalb des Rauhhorns vorbei führt.

Aufstieg von der Willersalpe zum Sattel
Aufstieg von der Willersalpe zum Sattel
Aufstieg zum Rauhhorn
Aufstieg zum Rauhhorn

Abermals weist das nach rechts zeigende Schild zum Rauhhorn auf „Alpine Gefahren“ hin. Diese sind, auch wenn es die ersten Meter nicht vermuten lassen, durchaus ernst zu nehmen.

Nach einigen hundert Metern, im Anschluss an eine sanft anmutende Wiese, kann man die schroffen Vorgipfel des Rauhhorns erkennen. Hier oben ist definitiv Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung gefragt. Links wie rechts fallen die Steilwände hunderte Meter tief ab.

Der Gipfel des Rauhhorn
Der Gipfel des Rauhhorn

Zunächst erscheinen die auf dem Wegweiser an der Vorderen Schafwanne angegebenen 60 Minuten zum Gipfel als sehr großzügig. In Anbetracht des anspruchsvollen Weges und des vielen Auf und Ab bis zum Gipfel ist die Zeitangabe allerdings durchaus realistisch.

Die kleinen Kletteranlagen (nur an einer etwas überhängenden Stelle mit einem Drahtseil gesichert), wie auch der Weg am Abgrund entlang, erfordern volle Konzentration. Oben am Gipfel ist das Panorama allerdings beeindruckend und kann in vollen Zügen genossen werden.

Nach der Gipfelrast geht es weiter in Richtung Schrecksee. Auch der Abstieg, der immer wieder von kleinen Anstiegen über den zackigen Rücken des Rauhhorns unterbrochen wird, erfordert Zeit und angesichts des schottrigen Untergrunds Trittsicherheit und Geduld.

Der funkelnde Vilsalpsee ist ebenso ständiger Begleiter, wie der von Süden grüßende Hochvogel, der Krottenkopf oder der Widderstein. Immer wieder im Blick auch das nächste Etappenziel: der Schrecksee.




Abstieg in Richtung Schrecksee
Abstieg in Richtung Schrecksee

Am Ende der Kraxelei führt ein Höhenweg in Richtung der Hinteren Schafwanne auf 1985 Metern Höhe hinab. An der Kreuzung zum Jubiläumsweg geht es rechts weiter zum Schrecksee. Ein paar Höhenmeter hinauf, dann wieder ebenerdig, bergab und wieder bergauf.

Ohne großen Höhenunterschied geht es unter dem Kugelhorn und dem Knappenkopf vorbei. Schließlich erfolgt der Abstieg zum Schrecksee. Der grün leuchtende Bergsee lädt an heißen Sommertagen zu einer willkommenen Abkühlung ein. So sanft, wie er in der großen Gebirgswanne liegt, ist er das faszinierende Gegenstück zu der vorherigen Überschreitung des Rauhhorns mit seinem rauhen und schroffen Profil. Die Füße erholen sich im kühlen Nass, manch mutiger wagt auch den Sprung in den, auch im Sommer sehr „erfrischenden“ Bergsee. Entschleunigung und Entspannung pur.

Der letzte Teil der Tour führt vom Schrecksee  über die verfallene Taufersalpe hinunter ins Hintersteiner Tal und zurück zum Parkplatz.

 

 




Blick auf den Schrecksee
Blick auf den Schrecksee

Der Schrecksee ist übrigens auch als eigene Tour sehr empfehlenswert. Die Tourenbeschreibung gibt’s hier.





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