Produkttest: Trekkingzelt Quick Hiker 3 von Decathlon

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Der ein oder andere erinnert sich sicher noch an den „sagenhaften Wurfzelttest“ im vergangenen Jahr. In der aktuellen Fortsetzung kam das Quick Hiker 3 von Decathlon auf den Prüfstand.

Zurück zur Natur. Ein Trend, der sich sicher auch im Trekking-Boom widerspiegelt. Grund genug sich die neue Generation von Zelten mal genauer anzusehen. Mit dem „Quick Hiker 3“ ist das der zweite Zelttest auf „Bergtouren-im-Allgäu.de“ was immer wieder Querverweise erlaubt. Zu Beginn noch ein Hinweis in eigener Sache: dieser Artikel wurde sowohl finanziell als auch mit der kostenlosen Bereitstellung des „Quick Hiker 3“ unterstützt, was jedoch keine Auswirkung auf das Ergebnis und die redaktionelle Unabhängigkeit des Artikels hat. Ich denke, das lässt sich auch finden Ergebnissen nachlesen.

Technische Daten & der erste Eindruck

Schauen wir zunächst einmal auf die nüchternen Fakten bevor wir in die Praxis gehen. Im Vergleich zum letztjährig getesteten Quechua Wurfzelt hat mich das doch geringe Packmaß überrascht. Das Zelt kommt in seinem eingepackten Zustand deutlich kleiner daher, als das „2 Second Wurfzelt“ und lässt sich daher auch viel leichter transportieren.

Im Tourenrucksack verstaut, oder außen befestigt ist, es für das Trekking definitiv besser geeignet als das doch sehr sperrige Wurfzelt.

Das Gewicht hingegen ist mit knapp 4kg schon eine andere Hausnummer und sorgt bei Mehrtagestouren mit wechselnden Übernachtungsplätzen für eine zusätzliche Rückenbelastung. Die Kabineninnenmaße scheinen mit einer Länge von 2,20m und einer Breite von 1,80m durchaus komfortabel zu sein.

  • Packsack: Ø 18,5 cm x 38 cm,
  • Volumen: 13 Liter, Gewicht: 3,95 kg
  • Gesamthöhe: 128 cm,
  • Kabinenmaße: L 220 cm x B 180 cm x H 119 cm
  • UVP 159,99€ (Stand August 2017)

 

Der Aufbau

Um es vorweg zu nehmen. Im Vergleich zum vorherigen Zelttest habe ich tatsächlich vorab einen Blick auf die Aufbauanleitung geworfen. Ich wollte nicht schon wieder ein „Spaß-Video“ wie im vergangenen Jahr produzieren. Das praktische dabei, die Anleitung ist im Transportsack eingenäht und wirklich nicht mit der Aufbauanleitung eines schwedischen Möbelherstellers zu vergleichen. In wenigen Schritten bebildert, so dass sogar ich das hinbekomme.

Das Zelt wird lediglich aus der Hülle genommen und auf dem Boden ausgebreitet. Das Gestänge und die Heringe sind separat verpackt. Die beiden längeren und die kürzere, zusammengefaltete Stange lassen sich kinderleicht zusammensetzen.

Auffällig dabei ist die kupfern-goldene Beschichtung und das gute Gefühl hinsichtlich der Stabilität, wenngleich für die Stangen auch Reparatur-Hülsen mitgeliefert werden. Sowohl das Gestänge, als auch die Heringe weisen keine Ecken und Kanten auf, was die Verletzungsgefahr aber auch die Gefahr die Zelthülle zu beschädigen, reduziert.

Die beiden längeren Stangen werden nun lediglich von außen überkreuz in die dafür vorgesehenen Gewebetunnel eingeführt und anschließend mit leichtem Kraftaufwand in zwei Gummiösen gesteckt. Die kurze Stange dient anschließend als „Stabilisator“ und gibt den Seitenwänden zusätzliche Höhe. Sie wird am höchsten Punkt des Zeltes in eine Schlaufe gesteckt und an den jeweiligen Enden wieder in zwei Gummiösen befestigt.

Das wars im Grunde schon. Die Enden und Seiten des Zelts noch mit den mitgelieferten Heringen am Boden fixiert. Fertig.

Der Innenraum

Die technischen Daten haben mir beim ersten Betreten des Innenraums ein anderes Bild im Kopf projiziert. Vermutlich wirkt die Breite und Tiefe aufgrund der Deckenhöhe etwas kleiner. Dennoch habe ich trotz meiner Körpergröße im Liegen gut Platz. Ob das Zelt aber wirklich für drei Personen bequem Platz bietet, wie in den technischen Daten des Herstellers dargestellt, wage ich zu bezweifeln. Für zwei Personen aber allemal.

Die Dunkelheit im Innenraum, sobald das Zelt vollkommen verschlossen ist, fällt direkt auf. Das war schon beim letztjährigen Testkandidaten eine hervorstechende Eigenschaft. Einerseits für guten Schlaf, andererseits unterstützt diese Eigenschaft natürlich auch die Tatsache, dass im Innenraum auch bei Sonneneinstrahlung eine niedrigere Temperatur herrscht. Es sollen bis zu 17 Grad Unterschied herrschen, was sich bei meinem Test nicht ganz bestätigen konnte.

In Sachen Belüftung ist das „Quick Hiker 3“ top. Das Innenzelt selbst ist mit Moskitonetz-Einsätzen ausgestattet, die Seitenteile lassen sich per Reißverschluss öffnen. Das alles sorgt für eine gute Durchlüftung. Am höchsten Punkt des Innenzelts befindet sich ein Haken zur Befestigung eine Wäscheleine oder einer Lampe. Zusätzlich sind in den Seitenwänden insgesamt sechs kleine Staufächer für den üblichen Krimskrams eingenäht. Ordnung muss ja schließlich sein.

Vom Innenraum getrennt sorgen die tief gezogenen Seitenwände für einen Stauraum zwischen Kabine und Außenzelt. Hier finden Rücksäcke und andere Ausrüstungsgegenstände Platz.

Das schwarze Innenzelt lässt sich von der Außenhülle mit wenigen Handgriffen entfernen. Dadurch können sowohl Außen- als auch Innenzelt separat aufgebaut und genutzt werden. Das „Quick Hiker 3“ mutet dadurch vielseitiger an, wobei mir persönlich das komplette Zelt vollkommen genügt. Andererseits wird dadurch auch die Reinigung deutlich vereinfacht.

Abbau

Heringe entfernt, kurze Stange ausgehängt und die beiden langen Stangen aus den jeweiligen Gummiösen genommen. Die ersten Schritte sind leicht. Positiv bemerkbar macht sich dabei die vorhin schon einmal erwähnte kupfern-goldene Beschichtung der Heringe, an denen wenig bis keine Erde hängen bleibt.

So einfach wie in der Anleitung, oder auch auf den von Decathlon produzierten Erklärvideos, lässt sich das Innengestänge allerdings nicht entfernen. Mit ein wenig Übung klappt das Herausschieben aber im zweiten Anlauf ganz gut und die Stangen wie auch die Heringe sind schnell im mitgelieferten Transportsack verstaut.

Jetzt beginnt immer mein Lieblingsteil. Das Zusammenlegen und Zusammenrollen. Irgendwie wird bei diesem Vorgang in meinen Händen einer noch so kleinen Hundehütte zu einem Zirkuszelt. Allerdings gelingt auch diese Übung überraschend einfach, da sich die beiden Zeltwände gut komprimieren lassen und das Gestänge die richtige Breite der Rolle vorgibt. Der Transportsack ist auch nicht so knapp bemessen und verzeiht den ein oder anderen Fehler beim Zusammenrollen. Da kam mir meine Zeltvergangenheit aus frühester Kindheit in den Sinn. Der Zeltboden war immer aus einem festeren Kunststoff. Einerseits sperriger beim Verpacken, andererseits aber auch haltbarer, als ein ganz dünner Stoff. Das könnte bei einem unebenen Untergrund für Probleme sorgen, hatte aber beim Test aufgrund des weichen Grasbodens keine Auswirkungen.

Fazit

Das „Quick Hiker 3“ von Decathlon lässt sich sehr leicht aufbauen, wenngleich sein Gewicht mit 3,95kg auf längeren Touren nicht ohne ist. Die Verarbeitung der Gestänge und auch die Ösen haben mich überzeugt. Was die Raumkapazität betrifft, so tendiere ich hier von einem 2-Personen-Zelt zu sprechen. Das liegt aber sicher auch an meiner eigenen Körpergröße von 1,91m. Die Details, die im Zelt eingearbeitet wurden (Staufächer, Platz für den Rucksack im Außenbereich, etc.) sind durchdacht und hilfreich. Hinsichtlich der 3 verschiedenen Aufbauvarianten (komplett bzw. Innen- und Außenzelt jeweils separat) genügt mir eine – und zwar die Standardvariante als Zelt. Mit einem UVP von 159,99€ ist das Zelt teurer als das letztjährig getestete Wurfzelt, aber wesentlich vielseitiger einsetzbar.


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3 Antworten

  1. Super Bericht! Nur leider fehlt mir der Preis? Oder hab ich den überlesen?

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