Auf die Mädelegabel

Mädelegabel, 2643m

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Die Tour über das Bacherloch auf die Mädelegabel ist ein alpiner Traum

Diese Hochgebirgstour hat es „in sich“. Ruhige Täler, knackige Anstiege, tierische Eindrücke und sensationelle Aussichten. Die 2600er-Marke knackt man im Allgäu zudem nicht alle Tage.

Bei Einödsbach Blick zur Trettach
Bei Einödsbach Blick zur Trettach

Los geht es am Parkplatz in Faistenoy, südlich Oberstdorf, direkt gegenüber der Fellhornbahn. Parallel zu der für den normalen Verkehr gesperrten Strasse führt ein Weg über ebenes Gelände nach Birgsau und schließlich weiter nach Einödsbach. Deutschlands südlichster, dauerhaft bewohnter Siedlung. Als Alternative empfiehlt sich die Anfahrt ab dem Parkplatz mit dem Mountainbike. Zunächst geht es ebenerdig, auf dem geteerten Fahrweg, und schließlich leicht ansteigend auf schottrigem Untergrund nach Einödsbach.

In Einödsbach geht es linker Hand, an der Kapelle vorbei, in Richtung Bacherloch. Schilder weisen den Weg zum Waltenberger Haus. Hoch über uns grüßt das Allgäuer Dreigestirn, bestehend aus Trettachspitze, Mädelegabel und Hochfrottspitze.

Immer entlang des Baches geht es die ersten, etwa 200 Höhenmeter leicht bergauf durch das kleine Tal. Dann beginnt der Weg etwas steiler anzusteigen und wir gewinnen schnell an Höhe. Über eine kleine, drahtseilgesicherte Steganlage führt der Weg hinauf auf das auf 2084 m hoch gelegene Waltenberger Haus. Ende des Sommers 2015 soll diese wunderschöne DAV-Hütte leider einem Neubau weichen. Wenngleich sich  die Hütten im Allgäu großer Beliebtheit erfreuen, sollte Kapazität aus meiner Sicht nicht immer an oberster Stelle  sollte. Wer also noch dieses schöne Schutzhaus im Originalzustand sehen möchte, sollte sich sputen.



Das Waltenberger Haus
Das Waltenberger Haus

Am Waltenberger Haus gabelt sich der Weg. Wir halten uns links und gehen im felsigen Terrain weiterdurch das Vordere Bockkar in Richtung Bockkarscharte. Gerade in den frühen Morgenstunden lassen sich hier viele Steinböcke und auch Gemsen beobachten. In kleinen, steilen Kehren erreichen wir die Scharte auf etwa 2500 Metern Höhe.

Linker Hand geht es entlang der Höhenlinie weiter zum Einstieg auf die Mädelegabel. Eine wunderbare Höhenwanderung mit beeindruckendem Gipfelpanorama belohnt die bis hierher unternommenen Ansrengungen.  Nach ein paar Gehminuten erreichen wir den finalen Anstieg. Der Schwarzmilzferner ist ein ganzes Stück nach unten abgeschmolzen, so dass es zunächst auf schwierigem, sandigen Untergrund links hinauf zum eigentlichen Einstieg geht.

Die Mädelegabel erfordert Trittsicherheit und ein gewisses Maß an Schwindelfreiheit. Zudem sollte man bereits bei Aufstieg, der meist nur unter Zuhilfenahme der Hände erfolgen kann, bedenken, dass man auch wieder auf demselben Weg hinunter muss. Falscher Ehrgeiz ist also Fehl am Platz. Wer sich die letzten 100 Höhenmeter nicht zutraut, hat schon hier am Einstieg enormes geleistet. Diejenigen, die am Gipfel ankommen können sich aber über ein einzigartiges Panorama freuen.

Höhenweg - Blick zum Bockkarkopf
Höhenweg – Blick zum Bockkarkopf

Der Rückweg erfolgt zunächst auf demselben Weg. Wieder an der Bockkarscharte angekommen, geht es einen Teil des Heilbronner Wegs entlang zum Bockkarkopf. Auch hier ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Vom 2609 m hohen Bockkarkopf geht es zunächst 150 Meter bergab zur Socktalscharte und anschließend links hinunter ins sogenannte Hintere Bockkar. Sowohl auf dem Grat, als auch beim Abstieg ins Kar sollte man auf loses Gestein achten. Gerade in den vielbegangenen Sommermonaten muss man hier sehr oft mit Steinschlag rechnen.

Über das Hintere Bockkar verliert der Weg schnell an Höhe und wendet sich in rechtem Bogen wieder dem Waltenberger Haus zu. Ab der Alpenvereinshütte geht es auf dem bekannten Weg über das Bacherloch zurück nach Einödsbach.




 

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One Response

  1. ChristoHutschel

    Der Heilbronner Höhenweg ist sicherlich das Bergsteiger Highlight in den Allgäuer Alpen. Schroff, ausgesetzt und vielerorts stahlseilversichert führt der Höhenweg zunächst eingebettet im Fels, später hauptsächlich direkt auf dem Grat des zentralen Allgäuer Hauptkammes und damit über einige der höchsten Berge in den Allgäuer Alpen. Bei guten Sichtverhältnissen sind traumhafte und für manchen sicherlich demütige Ausblicke auf hunderte von Alpengipfeln garantiert! Hier mein kleines Video dazu. Man kann gut den Schwierigkeitsgrat sehen und einschätzen. http://youtu.be/F7BqFziFrMw

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