Heubatspitze, 2008m & Hohe Gänge

Heubatspitze, 2008m & Hohe Gänge

Eingetragen bei: Aktuell, schwere Bergtouren, Steige/Klettersteige | 0


Einsame Wege. Vergessene Pfade. Eindrucksvolle Wände. Anregende Kraxelei.

Buchtipp

Die Inspiration zu dieser Bergtour entstammt dem nebenstehenden Buch „Wilde Wege“. Der Reiz dabei: viel begangene Wege verlassen, neue Pfade entdecken und alte Pfade wieder zu finden. Das Ergebnis: eine wunderschöne, einsame Tour in Richtung Eckalpe mit beeindruckendem Panorama. Anstrengende und steile Anstiege auf den Hasenecksattel. Und eine prickelnde Begehung der Hohen Gänge.

Auf dem Waldweg zur Eckalpe
Auf dem Waldweg zur Eckalpe

Die (später sehr schweißtreibende) Tour beginnt bei wunderbarem Sommerwetter und kühlen 8 Grad Celsius am Wanderparkplatz in Hinterstein. Es ist Hochsommer. Der Parkplatz ist gut gefüllt. Dennoch ist schon jetzt klar, dass uns nur wenige Bergsteiger auf dieser Tour begleiten werden. Zumindest auf dem ersten Teil. Der Weg zur Eckalpe ist zwar in den Karten verzeichnet. Auch ein Wegweiser führt  zur umbewirtschafteten Alpe hinauf. Jedoch wird der Weg in einigen Karten als Sackgasse geführt, andere Ausgaben beschreiben den Weg lediglich als Schleife zum Breitenberg.

Kühe unterhalb des Daumenmassivs
Kühe unterhalb des Daumenmassivs

Vom Parkplatz aus geht es zunächst in Richtung Ostrach und nach Querung des Baches auf der gegenüberliegenden Seite in Richtung Giebelhaus oder Mösle Alpe (Aufstieg zum Engeratsgundsee). Nach ein paar Gehminuten kommt von oben der Eckbach entgegen. Hinter einer kleinen Brücke zeigt der Wegweiser rechts hinauf zur Eckalpe. Es folgt ein wunderschöner Aufstieg auf einem einsamen schmalen Waldpfad.

Auf 1300m Höhe wird der Wald lichter und es geht über eine Wiese weiter zur etwa 100m höher gelegenen Eckalpe. Rechts die Heubatspitze. Links das Daumenmassiv. Vor uns der Hasenecksattel. Nach einer kurzen ebenen Passage ist der Weiterweg zur Wiesloher Hütte gut zu erkennen. Am linken Hang geht es nach oben und in einer kleinen S-Schleife zur 1630m hoch gelegenen Hütte.

Am Hasenecksattel auf der Schneid
Am Hasenecksattel auf der Schneid

Ab hier geht es zunächst weglos weiter. Ein kleiner Rücken teilt zwei den Hang in zwei Mulden. Wir sind bei unserer Begehung der linken Mulde gefolgt. In einer steilen Wiese geht es teils sehr mühsam nach oben. Besser versucht man dem Bachlauf und später einem Kar unterhalb des Sattels zu folgen. Der schottrige, teils felsige Untergrund bietet immer noch mehr Halt als der rutschige, dicht bewachsene Grashang. Zwischen Daumen und Heubatspitze erreicht man schließlich wieder den Weg der rechter Hand zum Hasenecksattel führt. Am Sattel, ein Wegweiser führt in Richtung Rotspitze und hinab ins Retterschwanger Tal, sieht man den Aufstieg über die vorhin beschriebene rechte Hangmulde gut ein. Auch wenn die Perspektive etwas täuscht, wäre das eventuell die „flachere“ der dennoch ähnlich anstrengende Variante von der Wiesloher Hütte auf den Glattweg („Auf der Schneid“). Allerdings sollte man bei der Querung des Grats, der beide Mulden trennt, auf das zum Teil sehr abschüssige Gelände achten!

Hier oben erwartet man deutlich mehr „Frequenz“ an Tourengehern. Doch weit gefehlt. Trotz der Hochsaison und des traumhaften Wetters verirren sich nur wenige Bergsteiger auf diesen Teil der Verbindung zwischen Daumen und Breitenberg. Auf der Rotspitze sind einige Gipfelsüchtige zu erkennen, ebenso auf dem hinter uns liegenden Daumen. Doch die Heubatspitze und auch die später folgenden Hohen Gänge sind nur gering besucht.

Auf der Schneid - Blick zum Daumen
Auf der Schneid – Blick zum Daumen

Nach dem Hasenecksattel erreicht man in einigen Gehminuten die Verbindung zwischen Rotspitze und Heubatspitze und schließlich den Gipfel auf 2008m Höhe. Der Talkessel des Häbelesgund, mit dem steilen Aufstieg zur Rotspitze, ist hier ebenso gut einsehbar. Ebenso der Weiterweg über die Hohen Gänge zum Breitenberg. Im Kar unterhalb lassen sich zahlreiche Gemsen beobachten.

Heubatspitze - Einstieg zu den Hohen Gängen
Heubatspitze – Einstieg zu den Hohen Gängen

Nach dem Genuss des Panoramas in die Oberstdorfer Berge, nach Sonthofen, Bad Hindelang und hinüber zu den Hintersteiner und Tannheimer Bergen, geht es über die Hohen Gänge nordwärts zum Breitenberg. Der Weg führt fast ausschließlich am Grat entlang und ist (für einen Klettersteig) nur an wenigen Stellen ausgesetzt. Immer gut gesichert geht es über den Fels in Richtung Breitenberg. Ein Klettersteig-Set sieht man hier bei den wenigsten Bergsteigern. Dennoch kann es an der ein oder anderen Stelle „gut für den Kopf“ sein (aus meiner Sicht empfehlenswert).

Hohe Gänge mit Leiter
Hohe Gänge mit Leiter

Nach der Passage eines luftigen Grats mit anschließender, etwa 10m hohen Leiter nach unten, ist der „anspruchsvollste“ Teil gemeistert. Mit Konzentration und Trittsicherheit, aber auch mit dem Blick für die wunderschöne Bergwelt, geht es weiter. Zunächst wird der unmarkierte Südgipfel passiert, bevor es durch einen dichten Latschenhang zum Gipfelkreuz des Breitenberg auf 1887m Höhe geht.

Blick nach Bad Hindelang vom Breitenberg
Blick nach Bad Hindelang vom Breitenberg

Der Abstieg vom Gipfel erfolgt ostwärts in Richtung Älpe Alpe.

Vorbei am beeindruckenden nördlichen Abbruch des Breitenbergs geht es zunächst steil, dann über Wiesen zur umbewirtschafteten Alpe auf 1308m Höhe.

Der weitere Wegverlauf führt zunächst auf einem gut beschatteten Waldpfad, dann auf einem breiteren Weg ins Tal. Letztlich wird der Eckbach wieder erreicht und es geht parallel zur Ostrach zurück in Richtung Hinterstein.

Verfolgen Björn:

Life begins when you step outside!

Letzte Einträge von

Hinterlasse einen Kommentar